Jetzt wissen wir's. In 21 von 29 untersuchten Fällen konnte Sozialmissbrauch nachgewiesen werden. In der überwiegenden Mehrzahl der Missbräuche waren Ausländer die Täter. Die Gesamtschadensumme belief sich auf 857'031 Franken. Dies gaben Sozialvorsteherin Monika Stocker und Kantonsrat Urs Lauffer (FDP) gestern anlässlich einer Medienorientierung stolz zum Besten. Endlich freudige Nachrichten aus dem Sozialsumpf! Die Inspektoren des Departements Stocker förderten diese Verstösse binnen eines ersten halben Wirkungsjahres zu Tage. Es handelt sich um diejenigen Inspektoren, die unsere "Sozialgotte" erst nach enormem Druck der Öffentlichkeit notgedrungen und unter Zähneknirschen einführte. Heute tönt es schon, wie wenn die Idee von Frau Stocker höchstselbst gekommen wäre: "[Das] Inspektorat ist ein Bedürfnis der Sozialarbeitenden." Wir erinnern uns: das intern im Sozialdepartement angesiedelte Inspektorat war der Befreiungsschlag von Urs Lauffer, um Frau Stocker vor dem Untergang zu retten. Bedroht wurde sie durch die Forderung der SVP nach unabhängigen, externen Sozialdetektiven. Da war es doch besser, drei eigene Inspektoren anzustellen, die sich zu dritt 2,8 Stellenprozente, einen Dienstwagen, Büroräume und 500'000 Franken Kosten jährlich teilen. Eingesetzt werden die drei ausschliesslich durch die Sozialbehörde, überwacht wird das Ganze durch das Departementssekretariat von Frau Stocker. Das heisst: Ermittlungen sind ohne Verdachtsmoment der Sozialbehörde nicht möglich. Stellen Sie sich vor, unabhängige Detektive könnten sich durch Ermittlungen einen Anteil an den eingesparten Sozialhilfegeldern verdienen. Der Steuerzahler hätte keine Fixkosten, sondern nur Ersparnisse. Die Sozialhilfebezüger hätten wirklich Ursache, sauber zu bleiben und die privaten Ermittler fänden ein lukratives, zusätzliches Geschäftsfeld. Genau das fordert die im letzten Jahr eingereichte SVP Volksinitiative "Gegen asozialen Sozialhilfemissbrauch". Wir werden wohl im laufenden Jahr noch über diese äusserst sinnreichen Sozialdetektive abstimmen können. Die Kontroverse um den Sozialhilfebericht der GPK hat nochmals Bewegung gebracht. Frau Stocker ist noch immer unter Zugzwang. Der Bericht weist ihr einige gravierende Fehlleistungen zu und die Aussagen ihrer vergrämten Mitarbeiterinnen lassen tief blicken. Keine der Skandalgeschichten der Weltwoche wurde durch die Geschäftsprüfungskommission widerlegt, alles stimmte. Die GPK durfte nur die erwähnten 9 "Pressefälle" untersuchen, die Trefferquote betrug 100%, eine Betrugssumme wurde nicht angegeben. Die internen Inspektoren kamen auf eine Trefferquote von 72% mit einer Schadensumme von über 850'000 Franken bei einem geschätzten Aufwand von 250'000 Franken. Was würden da erst externe Sozialdetektive bringen!?
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