Am 01. Juni 2008 findet die Ersatzwahl für die zurückgetretene Stadträtin Monika Stocker statt. Die SVP wird antreten. Wahlchancen sind kaum vorhanden, was ich auch den Medien gegenüber mitgeteilt habe. Stellt sich die Frage, warum der Parteibasis all die Mühen eines Wahlkampfes übertragen werden, wenn am Schluss eine Niederlage herauskommt? Denn ein Wahlkampf wird geführt werden müssen. Wir werden Standaktionen machen, Flugblätter verteilen, Veranstaltungen durchführen, wie das bei Wahlkämpfen nötig ist und die Hauptlast der Arbeit werden - wie immer - die Kreisparteien tragen. Es tönt vielleicht seltsam, doch werden wir in der Niederlage siegen! Die Stimmenverhältnisse der vergangenen Ständeratswahlen in der Stadt Zürich erklären, warum das so ist:
1. Platz: Chantal Galladé SP (38'921 Stimmen)
2. Platz: Felix Gutzwiller FDP (37'025 Stimmen)
3. Platz Verena Diener GLP (29'238 Stimmen)
4. Platz: Ueli Maurer SVP (27'300 Stimmen)
5. Platz: Daniel Vischer GRÜNE (24'276 Stimmen)
6. Platz: Kathi Ricklin CVP (11'258 Stimmen)
Zur Ersatzwahl treten SP, FDP, Grünliberale und CVP nicht an. Die EVP kommt, allerdings bloss, um nicht in totale Vergessenheit zu geraten. Die Stimmen von SP, Grünliberalen und CVP gehen zu einem schönen Teil an die Grünen. Die rechten FDPler werden die SVP möglicherweise unterstützen, was aber nicht reichen wird, um die Stimmen aller Linken zu übertreffen. Wir können somit kaum gewinnen, selbst mit dem besten Kandidaten nicht. Wir können aber unsere Argumente vortragen. Wir werden in einer ausschliesslich linken Umgebung als einzige die andere Meinung vertreten. Unsere Argumente sind die richtigen, denn das System Stocker ist genau aus den Gründen aufgelaufen, die wir immer kritisiert haben. Eine neue grüne Stadträtin wird allenfalls kosmetische Retuschen vornehmen, das System wird sie nicht ändern. Die Probleme bleiben die gleichen. Das weiss im Grunde jeder, sogar die Sozialarbeiterinnen. Unter solchen Voraussetzungen nicht gewählt zu werden, ist keine Schande. Anderseits gibt es eine zunehmende Zahl von Bürgern, die genug haben. Die vielen Beitritte zur SVP legen darüber beredtes Zeugnis ab. Wir können also zeigen, dass wir uns für alljene einsetzen, die mit den herrschenden politischen Zuständen nicht einverstanden sind. Wir können uns gegenwärtig nur nicht durchsetzen, weil wir allein gegen alle stehen. Deshalb müssen wir weiter wachsen, bis wir aus eigener Kraft Kandidaten durchkriegen. Das Ziel ist also, mit einem überzeugenden Kandidaten anzutreten, der unsere stimmige Argumentationslinie glaubwürdig vertritt, damit diejenigen Bürger, die den Wechsel wollen, ihren Wahlzettel nicht ins Altpapier schmeissen müssen. So leisten wir Vorarbeit für die kommenden Parlamentswahlen, denn das Potential ist längst noch nicht ausgeschöpft!
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