Im Grunde waren doch alle froh, dass Monika Stocker gehen wollen musste, denn so wie sie meinte, ging es nicht mehr. Zum Glück haben die Grünen nun die Alternative gefunden. Eine neue Kandidatin, klug, national bekannt, sympathisch provinziell (von Schaffhausen kommend), eine echte Linke (sture Bauverhinderung): Ruth Genner hat alle Qualitäten, um Monika Stocker vollumfänglich zu ersetzen. So schwer kann es demnach auch nicht sein, die beste Sozialvorsteherin aller Zeiten zu werden. Es genügt, die eine Grüne durch eine andere zu ersetzen und darauf zu achten, dass sie ausser ausgeprägtem Selbstbewusstsein die nötige Ideologie mitbringt. Das ganze Tamtam mit Hearings (= öffentlicher Zurschaustellung) und Vollversammlung nur, um am Schluss diejenige zu nominieren, der man die Nomination schon zu Beginn versprochen hatte? Die anderen Kandidaten wurden dem applaudierenden Publikum vorgeführt. Soviel zur Basisdemokratie. Die Grünen bieten wenigstens noch Spektakel. Politisch wird alles beim alten bleiben. Nur schon die mangelnde Dossierkenntnis wird dafür sorgen, dass Frau Genner genau im vorgegebenen Weg von Monika Stocker bleiben wird. Wem das Schauspiel der Nomination der Böckin, bzw. der Ziege zur Gärtnerin noch nicht ergötzlich genug ist, kann sich vom Garten, äh, den Grünen weg zur liberalen Mitte wenden. Die Freisinnigen haben gerade eben noch die Kurve gekriegt, bevor sie der designierten Stocker Nachfolgerin die Wahlunterstützung versprochen haben. Bekanntlich heisst liberal, dass alles besser ist als SVP. Nur müssen unsere ehemals bürgerlichen Partner langsam aufpassen. Es könnte sein, dass ihnen in zwei Jahren die 20% Wählerstimmen der SVP fehlen, um ihre aufgeblähte Stadtratsdelegation durchzukriegen. Sollte die FDP darauf nicht verzichten wollen, ändert sich vielleicht das arrogante Geschwafel von Verlässlichkeit (dass ich nicht lache!) und Kollegialitätsprinzip. Zum Glück kann uns das heute aber egal sein. Die FDP ist so schwach, dass es nicht darauf ankommt, was deren Vorstand befindet. Die Grünen haben unsere Wunschkandidatin nominiert. Was könnte es für Mauro Tuena Besseres geben, als wenn ihm im Wahlkampf Monika Stocker in anderer – und nicht weniger abschreckender – Gestalt gegenübersteht. Es dürfte klar sein, dass der Stadtrat die neue Grüne ins Sozialdepartement schieben will, um das Erbe des brennenden BMW, der spanischen Käfigkinder und der teuren Hotels weiterzuführen. Wer das nicht will, wählt Mauro Tuena, sei er nun Sozi, christlich, liberal oder grün – Alternativen gibt's keine!Zurück
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