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26.06.2008: Siegfrieds Tod

Siegfrieds Tod

 

Die neuen Abspaltungen der SVP spriessen in allen Richtungen. Im Kanton Bern wie auch in Graubünden verkünden aufrechte Mannen und Frauen, sie wollten schon noch bürgerlich politisieren, nur eben mit Anstand. Nicht inhaltliche Unterschiede seien es, die sie von der ehemaligen Mutterpartei trennten, es sei der Anstand, der dieser fehle. Siegfried ist eine Heldenfigur aus dem Nibelungenlied. Er war ein Recke von grosser Kraft und Rechtschaffenheit. Er tötete den Drachen und weil er in dessen Blut gebadet hatte, war er fortan unverwundbar. Einzig an einer kleinen Stelle auf dem Rücken konnte man ihn verletzen. Dort nämlich, wo ein Lindenblatt die Haut abgedeckt hatte, konnte das Drachenblut nicht wirken. Unter sich hätten es die Helden gut gehabt, doch es kommen die Frauen hinzu. Gunther wollte Brünhilde, die jedoch war zu stark, weshalb der tarnkappenbewehrte Siegfried diesem helfen musste, das Superweib auf den Rücken zu legen. Der Siegfried seinerseits erhielt die Kriemhild, nicht so stark, dafür schön. Der Rest ist Intrige, Verrat, Mord und Totschlag. Wie Siegfried wurde Christoph Blocher als Bundesrat hinterrücks gefällt. Anscheinend klebte auch auf seinem Rücken ein Lindenblatt. Auf den Vergleich mit den Frauen wollen wir vorsichtshalber nicht eintreten. Nur so viel: es war Kriemhild, welche die Anhänger Gunthers in den Tod trieb, um den Mord an Siegfried zu rächen. Rache ist ein schlechter Ratgeber, der Rächer wie Gegner gleichermassen schädigt. Am Schluss liegen alle in ihrem Blut. Die Einigkeit war die Kraft der SVP, quasi das Drachenblut. Sie gab verschiedenen Menschen eine politische Heimat, die sie bei anderen Parteien nicht fanden. Neid, Missgunst und Eigensucht sind die verwundbare Stelle der SVP. Es ist notwendig, die Einigkeit auf der SVP Linie so rasch als möglich wieder zu finden. Die SVP Mutterpartei wird sich durchsetzen und die Abspaltungen werden untergehen, wenn wir uns auf das politische Ziel konzentrieren und nicht auf Rache sinnen. Denn Siegfried wird nicht wieder lebendig. Die SVP der Stadt Zürich hat hierin Erfahrung. Die Abspaltung von Markus Schwyn und Susi Gut, war nichts anderes als der Ausschluss von zwei Politikern, die ihren Parteiauftrag aus den Augen verloren hatten und aus Eigensucht handelten. Sie sind noch da, stimmen im Gemeinderat meistens mit der SVP – nur mit mehr Anstand, wie sie sagen. Nach Aussage Schwyn sollen nun SVP Gemeinderäte den Wunsch hegen, zu ihnen zu stossen. Wir werden sehen. Jedenfalls ist bisher noch kein SVP Gemeinderat und auch keine Gemeinderätin offen zu einem derartigen Wunsch gestanden. Bereinigungen sind bisweilen nötig, doch ohne Rachegelüste und mit Mass – und, mit fehlendem Anstand hat das alles nichts zu tun!

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