Im Jahr 1995 floh eine serbische Familie in die Schweiz, wo sie sich in Zürich niederliess. Sie stellte ein Asylgesuch, das im Jahr 2000 abgewiesen wurde. Die Frau hatte sich inzwischen von ihrem serbischen Mann scheiden lassen und im gleichen Jahr der Abweisung des Asylgesuches heiratete sie einen Schweizer, womit sie nicht ausgeschafft werden konnte. Stattdessen erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung B. So blieb sie mit ihren zwei Töchtern in Zürich. Die beiden Zwillinge sind gut integriert und gehen im Lavater Schulhaus in die Sek. Die Mutter arbeitet als Putzfrau. Dies alles hätte zu einer Erfolgsgeschichte für mustergültige Integration werden können, wenn nicht die zweite Ehe der Mutter – jene mit dem Schweizer – in die Brüche gegangen wäre. Im Jahr 2004 wurde auch diese Ehe geschieden. Weil sie nicht 5 Jahre gedauert hatte, fiel damit der Schutz weg, den die Mutter mit ihren Töchtern bisher vor der Ausschaffung bewahrte. Um Scheinehen zu verhindern, gilt eine Ehe erst nach 5 Jahren als Grund für eine Aufenthaltsbewilligung für die Frau. Damit fingen die Mühlen wieder an zu mahlen. Die Aufenthaltsbewilligung erlosch im Jahr 2005, 2006 wurde ein Rekurs abgewiesen, weil die Mutter und ihre Kinder keine tiefere Beziehung zur Schweiz hätten und am 07. Mai 2008 lehnte es der Regierungsrat aus dem gleichen Grund ab, die Familie Comagic humanitär aufzunehmen. Olivera Comagic (37), Aleksandra und Tijana (beide 14) müssten die Schweiz am 31. August 08 in Richtung Serbien verlassen. Was jetzt passiert, ist die übliche Solidaritätswelle, die in unserer lieben Heimat in jedem solchen Fall sämtliche Vernunft wegschwemmt. Schulklassen vor dem Rathaus inklusive Transparenten und Flugblättern, Solidaritätsfest vor dem Schulhaus, Homepage mit Blog (www.teenies2.ch) und Gnadengesuch an den Regierungsrat (wer bezahlt eigentlich?). Sicherheitsdirektor Dr. Hans Hollenstein hätte es als letzter noch in der Hand, der Familie Comagic eine B-Bewilligung zu erteilen. Als Grund hierfür könnte das Kindeswohl dienen, das nach Meinung des Unterstützungskomitees nicht genug berücksichtigt worden sei. Man könnte meinen, in Serbien herrschten noch heute Mord und Totschlag. Der Familie harre ein blutrünstiger Mob oder die Schergen holten sie direkt vom Flugzeug ab. Völlig unreflektiert lassen wir unser Mitleid sprechen. Ein Mitleid, das von linken Schulpflegern, Lehrern, dem Schulsoziologen, dem Schulleiter sowie SP Gemeinde- und Kantonsrätinnen dankbar aufgegriffen und kanalisiert wird. Statt der Schweiz für den Schutz zu danken, den sie der Familie während des Krieges gewährt hat und die gute Ausbildung der Töchter, wird jetzt gegen die vermeintlich unmenschlichen Behörden agitiert. Die Comagics werden politisch instrumentalisiert, was nicht ihnen helfen soll, sondern der SP.
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