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29.08.2008: Kulturpolitik

Kulturpolitik

 

Heute trägt die Stadt bei zu 10 Theatern, subventioniert Theaterkredite und Gastspiele, unterstützt die Literatur im Rahmen von 7 Konten. Im Bereich der Musik sind es 14 Konten bei der E-Musik, 6 bei der Jazz- und Rockmusik, in der Bildenden Kunst und Ausstellungen finden sich 20 Positionen, beim Tanz 5, beim Film 10, den Kulturzentren und der Quartierkultur 8 und unter "Diverses" sind es immerhin noch 14 Positionen, wobei das 175-Jahr Jubiläum der Universität Zürich nur einmal und zwar im laufenden Jahr zu Buche schlug. Wir sind bei einem Netto-Aufwand von 91.1 Millionen Franken im Budget 07 angekommen, die gemäss Organigramm von 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kulturförderung verteilt werden, deren Personalkosten mit 5 Mio. Franken zu Buche schlagen. Der Nettoaufwand ist ein wenig kleiner als im Jahr 1990, was vom Stadtrat jeweils mit Stolz bemerkt wird. Dass die Stadt die Subventionierung des Opernhauses an den Kanton abgeben konnte und die "eingesparten" 64 Millionen einfach an weitere Subventionsnehmer verteilt, wird geflissentlich verschwiegen. In seinem Kulturleitbild der Jahre 2008-2011 behauptet der Stadtrat: "Ohne substanzielles Engagement der öffentlichen Hand ist die Grundversorgung mit kulturellen Gütern nicht zu gewährleisten." Aus diesem Grund müsse "die Stadt in besonderen Fällen auch initiierend und eigenständig tätig werden." Die Stadt wird damit selbst Akteur, hebt oder senkt den Daumen über der Kunst. Mit jedem subventionierten Projekt wird mindestens ein anderes nicht unterstützt. Ist es richtig, wenn die Stadt so ins kulturelle Leben eingreift? Gerade diejenigen, die keine Subventionen erhalten oder solche nicht wünschen, werden benachteiligt. Wir mussten den Konkurs des renommierten Bernhard-Theaters erleben, das auf privatwirtschaftlicher Basis produzierte. Neben der öffentlich geförderten Kultur ist es schwierig zu existieren. Es ist für einen Künstler nützlich, sich nicht mit der Abteilung für Kulturförderung der Stadt anzulegen. Um es mit Luther zu sagen: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing." Früher unterstützte die Stadt nur die etablierten Häuser und hatte damit Erfolg. Schauspiel-, Kunst- und Opernhaus, Tonhalle und Konservatorium sind auch heute noch sogenannte "Leuchttürme". Bei Konzentration der Mittel wären sie möglicherweise noch besser. Im Jahr 06/07 verzeichnete das Cabaret Voltaire für die 99 Veranstaltungen 3960 Besucher (also etwa 40/Anlass), jeder Eintritt wird mit 200 Franken subventioniert. Zum Vergleich: Das SVP Referendum unterschrieben in 30 Tagen mehr als 3000 Zürcher.

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