Ein verhältnismässig kleiner, zweispaltiger Artikel in der NZZ vom Mittwoch weckt Interesse. Der Titel: "Stadt will Führung der Volksschule verbessern; Auftrag für externe Organisationsanalyse wird demnächst vergeben". Sofort Internet einschalten und suchen, ob es eine offizielle Medienmitteilung der Stadt oder des Schul- und Sportdepartementes hierzu gibt. Nichts zu finden. Warum ich über die Meldung so aufgeregt bin, fragen Sie? Nun, es entspricht einer lange geäusserten Forderung der SVP, dass die Führungsstruktur im SSD, so kürzt sich das Schul- und Sportdepartement ab, reformiert werde. Wir hielten im Jahr 2007 eine Medienkonferenz im Restaurant Schweighof ab, um unsere schulpolitischen Forderungen im Schulkreis Uto zu vertreten, der durch die Folgen der jahrelangen Tatenlosigkeit seines Präsidenten Andreas Rüegg in die Medien geraten war (Horrorklasse im Schulhaus Borrweg). Inzwischen hat Herr Rüegg (SP) seinen Rücktritt auf Ende der Amtsperiode im Jahr 2010 erklärt. Hier die Forderungen der SVP in aller Kürze: 1. Das integrative Schulsystem ist gescheitert. Klassen müssen nach Leistungsfähigkeit der Schüler zusammengesetzt werden, nicht nach gesellschaftlichen Utopien. 2. Die Schulleitungen sind zu stärken und sie müssen die Lehrerschaft administrativ entlasten. 3. Die Führungsposition und auch die Verantwortung des Schuldepartementes muss gegenüber den Präsidenten der Kreisschulpflegen gestärkt werden. 4. Die Leistung der Schüler muss vermehrt ins Zentrum der Erfolgsbeurteilung der Schule treten. 5. Hausordnungen und Regeln der Schule müssen gesamtstädtisch gelten und überall gleich durchgesetzt werden. 6. Für schwierige Schüler müssen Sonderklassen und Institutionen gebildet werden, die eine straffe Erziehung ermöglichen. Direkt angesprochen haben wir die fehlende Weisungsbefugnis des Departementschefs des SSD gegenüber den Kreisschulpflege-Präsidenten, die aufgrund der Direktwahl im Schulkreis legitimiert sind. Stadtrat Lauber leitet zwar die gemeinsamen Sitzungen, doch befehlen kann er nicht. So tut und lässt jeder der 7 Präsidenten, im Rahmen des Gesetzes natürlich, was er will. Also, Freude herrscht! Die Forderungen der SVP sollen umgesetzt werden! Doch ist da nicht die Rede von "externer Organisationsanalyse"? Im Schulamt gibt es zwei Abteilungen, die in der Lage sein müssten, das Problem zu lösen. Es sind dies die Abteilungen Strategie und Organisationsentwicklung sowie Schulmanagement. Externe Berater werden sich von den Angestellten des SSD erklären lassen, wie die Lösung aussehen müsste und diese anschliessend dem Stadtrat für teures Geld verkaufen. Führungsenergie und Innovationskraft im SSD scheinen also doch eher klein. Unsere Gemeinderäte müssen aufpassen, dass ausser hohen Spesen Verbesserungen für die Volksschule herauskommen!
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