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09.10.2008: Zur frohen Einkehr

Was sich Investoren, Gewerbetreibende, Bürger und Bauherren von der Stadt schon länger wünschen, nämlich eine einzige Anlaufstelle für alle Bedürfnisse, wo kompetente Leute beim Ausfüllen aller Formulare unterstützen, das finden potentielle "Kunden" des Sozialdepartements im Sozialzentrum. Nachdem Frau Stocker gehen musste, hält die Direktorin der sozialen Dienste, Frau Rosann Waldvogel das Fähnchen der wahren Fürsorge hoch. Kernkompetenz: volle Giesskanne – aber immer für einen guten Zweck. Diesmal sollte den 70 mitjubilierenden Gästen des Sozialzentrums eine lustige Auflockerung geboten werden. Der Stimmenimitator Fabian Unteregger imitierte bekannte Persönlichkeiten, die der Leiterin des Sozialzentrums dumme Fragen stellte, auf die diese kluge Antworten geben konnte. Laut Tages Anzeiger eine ausgesprochen geistreiche Form der Vorstellung. So trat Unteregger als Trainerimitat von Christian Gross auf oder als Bundesrat Leuenberger, der in den Kinderhort will. Ein besonderer Schenkelkracher sei aber der Auftritt von Nationalrat Christoph Mörgeli gewesen. Der Klimax sei erreicht gewesen als eine ältere Frau vor Freude überschäumend ausgerufen haben soll: "De Mörgeli! Wo isch er? de hass ich." Ah, wie erfrischend, Volkes Stimme und im Zeitungstext so trefflich zitiert! Schade, dass wir diesen tiefsinnigen Anlass verpassten. Aber wenigstens haben wir alle mit unseren Steuern dazu beigetragen, dass sich der linke Sozialfilz vergnügen konnte. Weil das ein sozialer Anlass war, ist Herr Unteregger sicherlich gratis aufgetreten, damit die Kosten auch ja tief bleiben. Es geht schliesslich um die Bedürftigen der Stadt. Dies bewies Frau Waldvogel mit ihrem Aufruf, man solle möglichst früh ins Sozialzentrum, nicht erst wenn man viele Schulden habe. Lieber vorbeugen als heilen, das wusste schon Plato – oder Gutzwiller, ich verwechsle die beiden immer. Prävention jedenfalls ist klug. Man muss helfen, wenn jemand schon bedürftig ist, ohne es zu sein. "Zur frohen Einkehr" steht auf dem Schild. Herr Waser ist nicht zu beneiden, er muss diese Kiste aus dem Sumpf heben, was nicht geht, ohne Frau Waldvogel loszuwerden. Gar nicht so einfach, beim staatlichen Kündigungsschutz. Schön ist dabei nur, dass die Linken mit den Folgen ihrer eigenen Politik kämpfen müssen, das entlockt auch uns ein feines Lächeln; bis wir an die Rechnung denken.

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