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13.11.2008: Switzerland oder Swaziland?

Die Einschränkungen betreffen auch den CO2 Ausstoss, der im gleichen Zeitraum von heute 6 Tonnen pro Jahr auf 1 Tonne gesenkt werden soll. Zur Erreichung dieser Ziele sollen an allen Fronten energiesparende Massnahmen gefördert werden. Es geht um die konsequente Umsetzung des Minergie-Standards beim Bau neuer Gebäude und um die weitere massive Einschränkung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe. Es wird also auch den Autofahrern weiter an den Kragen gehen. Die Vorlage wird von Stadt- wie auch Gemeinderat zur Annahme empfohlen. Nur die SVP ist wieder einmal dagegen. Ist das unsere übliche Zwängerei oder steckt mehr dahinter? Schliesslich ist das Einsparen von Energie vernünftig. Als problematisch erachten wir den Ausstieg aus der Kernenergie, die Einschränkungen und die Verteuerungen des Stroms. Wir müssten unseren Energieverbrauch grob auf das Niveau von Swaziland reduzieren. Von Switzerland zu Swaziland – wenn wir wieder eine Agrargesellschaft werden, kein Problem. Dann würden wir auch mehr Methangas produzieren, könnten uns von biologisch produzierten Lebensmitteln ernähren und mit dem Ochsenkarren herumfahren. Nun, diese Zukunft möchte wohl niemand, auch nicht die Befürworter. Die Hoffnung ist vielmehr, dass durch die Änderung der Gemeindeordnung nicht nur das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft verankert wird, sondern umgekehrt die Stadt Zürich ihre Beteiligungen an den Kernkraftwerken bis ins Jahr 2050 sicher behalten darf. Es ist also politisches Kalkül dahinter, wenn etwa die FDP eine solche Vorlage befürwortet. Wenn wir die Atomkraft isoliert betrachten, könnte diese Denkweise verlockend sein. Aber: Der Stromverbrauch steigt mit der Zunahme moderner Technik im gleichen Mass, wie der Einsatz fossiler Brennstoffe sinkt (Elektroautos, Wärmepumpen, Steuerungsanlagen usw.). Gleichzeitig wie die Beteiligung an KKW laufen auch die Wassernutzungsverträge im Bündnerland aus. Es ist keineswegs sichergestellt, dass das ewz künftig über eigene Energiequellen aus Wasserkraft verfügen wird. Im Kanton Graubünden wurde kürzlich ein Probelauf gemacht, als die Rechte an einem Kleinkraftwerk für eine horrende Summe nicht ans ewz, sondern an die BKW gingen. Wir wären gezwungen uns an thermischen Kraftwerken beteiligen und sauberen Atomstrom durch CO2 intensiven Kohle- oder Erdölstrom ersetzen. Die Umweltschutzmassnahmen verteuern Strom enorm - wo bliebe da unsere Wirtschaft? Und nur eine funktionierende Wirtschaft kann Umweltschutz finanzieren. Die Vorlage ist gefährlich! Wo wollen Sie leben? In Switzerland oder Swaziland!

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