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11.02.2009: Martelli im Schilf

Das Experiment ist gescheitert. Kathrin Martelli ist nicht Stadtpräsidentin, Christoph Holenstein nicht Statthalter und unser Roger Liebi landete unter "ferner liefen". Frau Martelli erkannte mit ihrem unvergleichlichen Durchblick sofort die Schuldigen. Die SVP hätte sie nicht genügend unterstützt. Viele SVP Wähler hätten zwei Mal Liebi auf ihren Zettel geschrieben. Wollen wir das mal hinterfragen? Roger Liebi hat 17'909 Stimmen erzielt. Das ergibt einen Anteil von etwas mehr als 20% der gültigen Voten. Frau Martelli erhielt 39'408 Stimmen. Gehen wir bei der FDP von einem Wähleranteil von 11% aus, dann brachten ihre Wähler grob gerechnet 9500 Stimmen. Die CVP mit etwa 8% könnte etwa 6800 Stimmen gebracht haben. Nehmen wir die knapp 18'000 von Roger Liebi hinzu, kommen wir auf 34300 Stimmen. Es fehlen also noch immer 5000 Wähler, die von Martelli wohl bei Grünliberalen und vielleicht sogar bei SD und ähnlichen gefunden werden konnten. Das ausgeglichene Endresultat reflektiert recht genau meine an dieser Stelle vor den Wahlen aufgeführten Vergleiche der Wähleranteile. Jedenfalls lässt sich daraus ableiten, dass die SVPler so ziemlich vollzählig zur Stelle waren, sonst wäre die liberale Speerspitze nicht vor dem roten Stern gelandet. Der Reflex ist allerdings erhellend. Während der ganzen Vorwahlzeit konnte sich unsere freisinnige "Partnerin" nicht weit genug von Roger Liebi distanzieren. Jetzt weint sie sich die Äuglein trüb, weil ihr 1500 Stimmen zum Sieg fehlten. Diesen Mittwoch hat sie ein Inserat schalten lassen, in dem sie erstmals auf die SVP Unterstützung hinweist. Wenn sie sich da mal nicht irrt. Roger Liebi erreichte just unseren Wähleranteil. Er erhielt kaum FDP Stimmen, während die SVP vollzählig zum Appell antrat. Haben wir eine Alternative, als Kathrin Martelli zu unterstützen? Sollen wir die andere wählen? Keine ist wählbar. Sind wir jetzt die Bösen? Niemand kann der SVP unter den heutigen Verhältnissen vorwerfen, sie hätte nicht alles getan, um der bürgerlichen Seite zum Durchbruch zu verhelfen. Wir haben die Gespräche geführt, die anderen vom Vorteil der Zusammenarbeit überzeugt. Die Resultate geben uns Recht, es wäre zu machen gewesen. Ich bin davon überzeugt, dass Kathrin Martelli heute gewählt wäre, hätte sie nicht linken Speichel geleckt. Holenstein wäre gewählt, hätte er sich in ein Bündnis mit der SVP begeben. Beiden fehlten nur wenig Stimmen. Es ist also ganz einfach. Die Übung hat der SVP keinen Erfolg gebracht, ihr aber auch nicht geschadet. Den Misserfolg haben sich CVP, FDP und insbesondere Kathrin Martelli selbst zuzuschreiben. Die SVP geht künftig wieder allein und empfiehlt den bürgerlichen Partnern, ganz einfach bürgerlich zu politisieren, dann können wir weitersehen. Sicher ist: Martelli steht im Schilf.

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