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08.04.2009: Erdbebenrisiko?

In der sonntäglichen Satiresendung "Giaccobo – Müller" mokierten sich die beiden über die Risikoanalyse, wonach das Erdbebenrisiko als besonders hoch eingestuft wurde. Man amüsierte sich über diese Einschätzung, indem beispielsweise gesagt wurde, dass der Zürichsee über kein Tsunamiwarnsystem verfüge. In der gleichen Nacht, vom 06.04.09 bebte um 0330 Uhr in der Nähe von Rom die Erde. Das Beben hatte eine Stärke von rund 6 Punkten auf der Richterskala. Bis am Dienstagabend war die Zahl der Todesopfer über die zweihunderter Marke geklettert, weitere Menschen wurden vermisst. Es wurden rund 10'000 Gebäude teilweise schwer beschädigt, viele stürzten ein. "Das heisst, dass wir uns in den nächsten Wochen um tausende Menschen kümmern müssen", sagte Agostino Miozzo vom Zivilschutz in einem Interview. Es sei das Ziel, allen Betroffenen am Montagabend ein Dach über dem Kopf zu geben." (Zitat: Dw-world.de). Am Dienstag waren noch um 100'000 Menschen obdachlos und 1'500 waren verletzt. Ob die Betroffenen über den Sketch unserer beiden Berufslustigen lachen könnten? Tatsächlich haben die meisten Kantone in den letzten Jahren Risikoanalysen durchgeführt. Dies aufgrund der Neuregelung der Verantwortung über den Zivilschutz, die mit der Armee XXI an die Kantone ging. Das Erdbebenrisiko steht an erste Stelle auf den Listen. Die Auswirkungen eines Erdbebens sind enorm. Leicht liest sich die Zahl von 10'000 beschädigten Gebäuden. Wieviele Ziegel aber sind heruntergestürzt und trafen Menschen? Wieviele dieser Menschen flüchteten in den Spital, wo sie eine überfüllte Notfallaufnahme antrafen oder harren der überforderten Hilfskräfte? Wer bestätigt den Leuten, dass ihr beschädigtes Haus weiterhin bewohnt werden kann oder als baufällig gemieden werden muss? Wie wird die getroffene Bevölkerung mit Lebensmitteln und Wasser versorgt? Wie kann man Verschüttete retten? In der ganzen Schweiz haben die Notfallaufnahmen Kapazität für maximal 30 Schwerverletzte gleichzeitig. Dies setzt Verteilung mittels Helikopter voraus. Ist der Patientenanfall grösser, müssen die Menschen ins angrenzende Ausland verlegt werden. Die Filialen der Grossverteiler können für etwa drei Tage liefern. Sind die Wasserleitungen geborsten gibt's kein Wasser mehr. Der Strom fällt aus genauso wie Heizungen. Die meisten Verschütteten sind nach drei Tagen tot. Bei uns ist die Eintretenswahrscheinlichkeit eines Erdbebens etwas geringer als in den Abruzzen. Aber auch in der Schweiz gab es solche Beben wie jenes von dieser Woche. Zum Beispiel 1956 im Wallis. In den letzten vier Wochen schüttelte die Erde der Schweiz rund 40-mal. Die Armee übt auch diesen Ernstfall wie im Jahr 2006 mit der Übung RHEINTAL (www.rheintal06.ch). Das Erdbebenrisiko ist real, auch in der Schweiz. Nicht alle fühlen sich verantwortlich.

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