Im Fokus stehen die "Goldküstenpanzer" oder "SUV Sport Utility Vehicles". "Die Regierung will die Zürcher dazu bewegen, möglichst umweltfreundliche Autos zu kaufen – mit einem Steuerrabatt. Für die Lenker von verbrauchsstarken Wagen soll es teurer werden." Sagt uns der Tages Anzeiger vom vergangenen Freitag. Ist ja eigentlich vernünftig, denkt man. Sollen diese Idioten mit ihren übertriebenen Karossen doch mehr blechen, die vermögen es ja! Der Blick auf die exemplarisch abgebildeten Fahrzeuge bestärkt dieses Urteil; jedenfalls bis der Blick auf das letzte Fahrzeug fällt. Es ist ein Kleintransporter. Damit wir ja nicht etwa auf die Idee kommen, diesen Wagen mit dem Lieferwagen des Kaminfegers, Malers oder Schreiners im Quartier in Verbindung zu bringen, ist ein exotisches Modell abgebildet. Einen Chevrolet P30 habe ich bei uns noch nie gesehen. Bisher hat ein Gewerbler für einen solchen Wagen Fr. 1126 Verkehrsabgaben geleistet. Künftig sollen es Fr. 4308 sein. Also Fr. 3182 zusätzlich oder fast dreimal mehr. Der Kleingewerbler muss diese dreimal mehr Fränkli zusätzlich verdienen. Wie das? Soll er sie bei seinen Kunden abholen? Damit sind wir bei den übrigen Bürgern. Es gibt sie noch, die Familie mit vier Kindern. Können Sie sich diese Familie im VW Polo Classic (laut Tagi das billigste Fahrzeug) vorstellen? Nein, denn mehr als fünf Insassen sind verboten – immer unter der Voraussetzung, die Kinder fahren nicht allein, sondern haben zwei Erwachsene dabei. Den Wocheneinkauf kann man auch vergessen, denn ausser der Familie passt nichts mehr rein. Man könnte auf dem Dach eine Kiste montieren – damit ist der gute Luftwiderstandswert ruiniert und mehr als ein paar wenige Kilo dürften auch nicht geladen werden. Man hat sich also einen bezahlbaren Occasions-Van US-amerikanischer Provenienz gekauft. Platzprobleme sind jedenfalls kein Thema mehr. Passt unseren Sandalen-Grünen nicht ins Zifferblatt, dürfte aber die Realität der Familien realistisch wiedergeben. Die Familie soll für ihren Van künftig Fr. 1143 mehr bezahlen als die bisherigen Fr. 1045. Wer sich für Gewerbe und Familien einsetzt, darf solchen Neidvorlagen, die im Öko-Mänteli daherkommen keine Zustimmung geben. Wie's nämlich gemeint ist, lesen wir auch im Tagi. Der Bund will seinerseits auf die Einfuhr von Fahrzeugen eine Sondersteuer erheben und diesen Betrag umverteilen. So würden energiesparende Fahrzeuge doppelt subventioniert; kantonal und eidgenössisch. So soll die Ablösung alter Personenwagen beschleunigt werden. Vom Absurdum noch funktionsfähige, absolut verkehrstüchtige Fahrzeuge zu verschrotten (was nota bene Energie kostet), spricht niemand. Auch nicht davon, dass es einmal mehr die Gewerbler und Familien doppelt hart trifft. Aber genau um die geht es, nicht nur um die "Züribergtraktoren".
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