Am 06.03.2002 ergriffen 44 Mitglieder des Gemeinderates das Behördenreferendum gegen den Gestaltungsplan "Sechseläutenplatz-Theaterplatz", Zürich-Altstadt. Die Gemeinderäte ermöglichten so eine Gemeindeabstimmung über das neue Opernhaus-Parking. Damals spielten die "Koalition der Vernunft" und der "Historische Verkehrskompromiss" zwischen FDP und SP noch voll. Die 44 opponierenden Gemeinderäte entstammten den Fraktionen der GRÜNEN und der SVP. Die Volksabstimmung ging im Mai 2003 verloren. Die GRÜNEN waren gegen die Vorlage, weil sie Parkplätze generell bekämpfen. Die SVP war dagegen, weil oberirdische Plätze auf dem Münsterhof aufgehoben und mit solchen im neuen Opernhaus-Parking ersetzt werden sollten. Wir wussten, dass 1. die Distanz zwischen Münsterhof und Opernhaus viel zu gross ist, und 2. die unterirdischen Parkplätze viel teurer verkauft werden als die oberirdischen. Noch im Mai 2002 bestätigte eine Untersuchung des Tiefbauamtes der Stadt Zürich, dass die überwiegende Mehrzahl der auf dem Münsterhof Parkierenden ganz gezielt dorthin fuhren: "Die Ermittlung der Besuchsziele hat gezeigt, dass fast 90% der angestrebten Ziele links der Limmat liegen. In der engeren Umgebung von bis zu 300m Gehdistanz steuern insgesamt 43% ihr Ziel an. Ein Fünftel der Parkierenden findet sein primäres, d.h. sein erstes Ziel direkt am Münsterhof. Die meistgenannten Besuchszwecke der Kunden mit Primärziel am Münsterhof sind mit 43% der Einkaufsverkehr, gefolgt vom Arbeits-, Schul- und Ausbildungsverkehr mit einem Anteil von 27%. Von den verbleibenden 30% entfallen noch einmal 8% auf das ungezielte "Lädelen" sowie deren 13% auf einen Restaurant-, Café- oder Barbesuch. Die restlichen 9% teilen sich auf 11 verschiedene Besuchszwecke auf." Messerscharf schloss das damalige Tiefbauamt: "Ersatzparkplätze in Gehdistanz zum Münsterhof sind also Voraussetzung zur Realisierung eines autofreien Münsterhofs." Das Tiefbauamt stützte damit indirekt die Haltung der SVP. Um das Volk trotzdem für den autofreien Münsterhof zu gewinnen, sollten die dorten aufgehobenen Parkplätze in unmittelbarer Nähe ersetzt werden. Heute kompensiert der Stadtrat weiter weg vom Münsterhof, in einer Distanz von 400m, im Fall des Opernhaus-Parkings sogar von 500m und erst noch auf der anderen Limmatseite. Was die Stadtregierung heute tut, entspricht nicht mal mehr ihrer eigenen Meinung aus 2003. Das Gewerbe am Münsterhof will deshalb Einsprache erheben. Sogar die NZZ sieht Handlungsbedarf. 2003 war die SVP allein mit den Gewerblern vom Münsterhof. City- und Bahnhofstrassen-Vereinigung standen abseits. Heute beklagt Robert Ober in der gleichen NZZ als Ex-Präsident der City-Vereinigung die stadträtliche Verkehrspolitik. Klüger werden ist nicht verboten, jetzt muss das Beispiel nur noch Schule machen!
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