Am Anfang war ein aktiver Stadtpräsident, der in seiner Funktion die Kulturpolitik der Stadt verantwortete. Er mass dieser Aufgabe eine hohe Bedeutung zu. Nicht zuletzt weil Kultur salonfähig ist. Wer in der Gesellschaft etwas gelten will, ist mit Vorteil kulturbeflissen. Wer sich gar mit prominenten Kulturschaffenden umgibt, wird selbst zum Star. Doch wir wollen nicht Eigennutz unterstellen. Namhafte Kulturinstitute machen sich gut in einer Stadt. Nicht umsonst stellten die Spanier im amazonischen Nirgendwo ein weltberühmtes Opernhaus in den Dschungel. Das Zürcher Opernhaus ist denn auch das Aushängeschild. Intendant Pereira begeistert den Jetset und entlockt der Hautevolee die nötigen Summen, um namhafteste Stimmwunder an sein Haus zu locken. In dieser Zeit war gemäss internationalen Ratings Zürich die Stadt mit der höchsten Lebensqualität, was anscheinend auch auf das kulturelle Leben zurückzuführen war. Das einstmals renommierte Schauspielhaus war leider nur noch aufgrund astronomischer Kostenüberschreitungen und seltsamer Vorstellungen unter Christoph Marthaler bekannt. Nach dessen Abgang musste ein bekannter Name her. Mathias Hartmann hiess der Hoffnungsträger. Ihn zu verpflichten war die Mission, der Kleinigkeiten unterzuordnen waren. Das rumänische Kindermädchen der Hartmanns war eine solche Kleinigkeit. Es sollte eine Arbeitsbewilligung erhalten, dafür wollte der Stadtpräsident schon sorgen! Nun, er schaffte es nicht allein. Die Volkswirtschaftsdirektorin musste einspringen, die sturen Amtsesel Berns kirre zu machen. Rita Fuhrer tat das, im Bestreben, der Stadt Zürich und deren rührigem Präsidenten einen Dienst zu erweisen. Aber, auch ihr Brief erreichte zu Bern nicht die gewünschte Wirkung. Herr Hartmann, der sein Kindermädchen - im Vertrauen auf die Versprechungen des sich omnipotent gebenden Stadtpräsidenten - schwarz weiterbeschäftigte, wurde gebüsst und verliess die Musenstadt bald darauf unter Absingens wüster Lieder. Sie handelten von leeren Versprechungen und hohlen Phrasen. Wir erinnern uns an die Kehrtwendung des SP Stadtpräsidenten und Schauspielhaus Verwaltungsrats Ledergerber anlässlich des Streiks der Bühnenarbeiter. Doch angeprangert wird nicht Ledergerber, sondern Fuhrer. Der Tages Anzeiger liess noch nie eine Gelegenheit aus, unsere Regierungsrätin durch den Kakao zu ziehen. Die heutigen Zweifler an der Handlungsweise unserer Magistratin sollten sich überlegen, warum niemand vom Drahtzieher spricht, sondern von Rita Fuhrer, die ihre Pflicht getan hat. Hätte sie sich verweigert, hätte der Kulturkuchen behauptet, die Volkswirtschaftsdirektorin arbeite gegen die Interessen der Standortförderung. Hier geht es um durchsichtige politische Hetze. Es gibt keinen Grund, dabei mitzuwirken. Stärken wir Rita Fuhrer den Rücken!
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