Der Zürcher Stadtrat mag keine Autos. Das Auto selbst kann er nicht zum Verschwinden bringen. Aus der Natur weiss er aber, Tiere sterben aus, wenn man ihren Lebensraum zerstört. Frösche, Lurche, Wasserinsekten, sie alle sterben, wenn ihr Weiher ausgetrocknet wird. Drum legen wir überall Ausgleichsflächen an, graben Tümpel und freuen uns an der wiederkehrenden Fauna und Flora. Der Stadtrat seinerseits bekämpft den "Lebensraum" des Autos. Strassen werden verengt, Hindernisse angelegt, Parkplätze abgebaut. Doch halt, Parkplätze dürfen gemäss Verkehrskompromiss ja gar nicht abgebaut, sondern höchstens unter Boden verlegt werden. Darum werden sie auch nicht abgebaut, verschwinden aber trotzdem. Wieviel Platz brauchen Baustelleninstallationen? Ganze Reihen von Parkplätzen werden mit Containern, Baumaschinen, Kompressoren, Werkzeugen und Baumaterial überstellt. Doch auch Strassen geht's nicht anders. Die Pfingstweidstrasse ist wohl das schweizweit bekannteste Beispiel, wie der automobile Bürger vergrämt werden soll. Auf Autobahnen müssen die Unternehmer die Baustelle mieten. Auf diese Weise sind sie daran interessiert, den Platz möglichst rasch wieder zu verlassen. Arbeiten sie schnell und gut, sinkt der Mietaufwand. In unserer Stadt scheint das anders zu sein, sonst würden die Baustelleninstallationen rascher verschwinden. Aber, irgendjemand bezahlt immer. Hier sind es die vielen Autoinhaber, die eine Parkkarte für die blaue Zone gekauft haben und dafür keinen Parkplatz mehr finden. Glücklich, wer eine Parkmöglichkeit auf dem eigenen Grundstück besitzt. Früher war der Häuslebauer gesetzlich verpflichtet, genügend Plätze für die blechernen Freunde der Mieter zu erstellen. Neu soll die Zahl der Abstellplätze nicht nur freiwillig sein, sondern begrenzt werden. Die Stadtverwaltung steht dem Hausbesitzer helfend zur Seite. Im Tagi online wird erzählt, wie sich ein Hausbesitzer beim Umbau durch die Stadt beraten liess, damit er seine vier Parkplätze wieder aufmalen durfte. Doch trotz städtischer Beratung erhielt er nur für drei Plätze eine Baubewilligung. Der gestrichene Parkplatz hätte dazu verleiten können, rückwärts auf die Strasse zu fahren, was zu gefährlich sei. Man könne dort nicht wenden. Der Einwand vom Hausbesitzer, er wende dort immer, wurde juristisch entkräftet. Ein Auto gelte als gewendet, wenn dies mit zweimaligem Einlegen des Rückwärtsganges möglich sei. Der Bündner Bär sollte mit verschiedenen Massnahmen vergrämt werden. Er vergriff sich weiter an Mülltonnen. Er wurde erschossen. Das Auto sollte aus Zürich vergrämt werden. Doch unvermindert drängen Autos in die Stadt. Zum Glück sind die Linken friedfertig und gegen die Waffe im Schrank! Aber, Hoffnung ist erlaubt, schon bald sind zwei Grüne im Stadtrat. Sie werden unseren Lebensraum schützen!
Zurück