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27.08.2009: Kein Ende des Baustellen-Terrors

Mittwoch, 26. August 2009: Morgens um 8 Uhr habe ich einen Termin in der Zürcher City. Weil ich sperrige Gegenstände zu transportieren habe, brauche ich das Auto auf dem Weg von Oerlikon in die City. Ich benütze die Einfahrt Waldgarten in den Michbuck-Tunnel. Die Spur Richtung City ist verstopft durch einen grossen Rückstau, ebenso die Transitspur. Ich nehme die dritte Spur, die aus dem Tunnel heraus führt ins Quartier Unterstrass und fahre relativ flüssig über den Milchbuck in das Stadtzentrum. Diese Art Fahr-Manöver auf dieser Strecke kostet mich doppelt so viel Zeit wie sonst üblich. Dies ist nur ein Beispiel über die Stausituationen in Zürich, hier verursacht durch die Sanierung der Hardbrücke. Daran lässt sich erahnen, was Verkehrsteilnehmer zu erdulden haben, die von Berufs wegen darauf angewiesen sind, in Zürich mit dem Auto unterwegs sein zu können. Und dies ist nur eine Situation, dutzende ähnlicher Situationen gibt es in anderen Quartieren, praktisch flächendeckend verteilt in dieser Stadt. Die aktuelle Baustellenliste des Tiefbaudepartementes weist momentan 89 Baustellen aus, an denen gearbeitet wird.

 

Mittwoch, 26. August 2009: Medienmitteilung aus der aktuellen Stadtratssitzung. Daraus ist ersichtlich, dass der Baustellenterror in Serie nahtlos weiter geht, denn der Stadtrat hat weitere Bauarbeiten an drei Stellen bewilligt, die von Frühling 2010 bis Frühling 2011 dauern werden: Kanal-Innensanierung in der Hohlstrasse. Erneuerung von Werkleitungen und Strassenoberbau in der Obsthaldenstrasse in Affoltern. Aufwertung bei der Schmiede Wiedikon und Erneuerungsarbeiten am Bahnhof Wiedikon. Und dies ist nur der Anfang der Serie!

 

Diese Baustellen-Planung bleibt nicht ohne Folgen. Beispielsweise haben die Baustellen-Schikanen im Seefeld bewirkt, dass Kunden wegbleiben und Gewerbebetriebe existenzbedrohende Umsatzeinbussen in Kauf zu nehmen haben. Diese Baustelenplanung führt dazu, dass die Stadt Zürich langsam aber sicher im Stau erstickt.

 

Die rot-grün dominierte Mehrheit verfolgt mit diesen konzertierten Stauaktionen ein hoch politisches Ziel. Diese Massnahmen werden eingesetzt zur Umerziehung, denn dadurch sollen möglichst viele vom Auto auf den ÖV gezwungen werden. Anstatt die Politik zu verfolgen, durch vernünftigen Strassenbau den motorisierten Verkehr fliessen zu lassen, bestätigt die rot-grüne Mehrheit mit ihrer aktuellen, schikanösen Verkehrspolitik, dass sie lieber mit links-grüner Gehirnwäsche Verkehrspolitik macht, anstatt mit realitätsbezogenen Problemlösungen.

 

Zum Glück hört man positive Signale von Seiten des Kantons. Mit einem von SVP und FDP im Kantonsrat  überwiesenen dringlichen Postulat wird gefordert, dass die Stadt Zürich nicht mehr in eigener Kompetenz entscheiden soll, was auf den Hauptverkehrsstrassen in  der Stadt geschieht. Diese Kompetenz soll an den Kanton abgegeben werden.

 

Wer nicht hören will, muss fühlen, kann  man dazu nur sagen. Wenn die Rot-Grünen ihre Mehrheit dazu benützen, um einseitig den ÖV fördernde und den MIV vernichtende Verkehrspolitik zu machen, so ist es richtig, wenn sie von der nächst höheren politischen Instanz gesagt bekommen, „wo der der Barthli den Most holt“, das heisst, dass sie eine nicht nur einseitig ausgerichtete, sondern eine vielfältige, die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse erfüllende Verkehrspolitik umzusetzen haben.

 

von Bruno Sidler

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