Die Zuwanderung von Ausländern war in der NZZ am Sonntag ein Thema. Auf einer Doppelseite verbreitete das Leib- und Magenblatt des wohlsituierten Bildungsbürgertums die stetig ansteigenden Zahlen der Einwanderung. Die Einwanderung ist für die NZZ auch überhaupt nicht schlimm. Schliesslich profitiert die Schweiz von all diesen Leuten. Integrationsprobleme sind kein Thema. Immerhin aber weist die NZZ am S. auf die Probleme der Raumplanung hin. Inzwischen befindet sich die Stadt Zürich bezüglich Bevölkerungsdichte mit 4200 Einwohnern pro Quadratkilometer im Bereich von London mit 4600 Einw./km2. Damit wir nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, sei erwähnt, dass New York mit 10'500 Einw./km2 doch deutlich höher liegt, grade etwa so wie Genf mit 11'500 Einw./km2. Wer möchte behaupten, dass es unmöglich sei, in Genf oder New York zu leben? Ich nicht. Nur ignorieren können wir das Phänomen nicht. Die Zuwanderung in die Zentren ist nämlich klar grösser als auf's Land. So legten etwa Genf mit 11,8% und Zürich mit 12,8% besonders viel zu. Die Bevölkerung von Zug nahm mit 14,4% allerdings am meisten zu in der Schweiz, immer bezogen auf die Jahre 1998-2008. Was sagt uns das? Natürlich, dass die SVP damit recht hatte, dass die Einwanderung zunimmt und noch weiter zunehmen wird. Abgesehen davon bleibt anerkennenswert, dass die Entwicklung gemessen an der Zahl eigentlich problemlos abläuft. Nur müssen wir uns langsam entscheiden, wie unsere neue Stadt aussehen soll, denn all die Leute brauchen Arbeit, Wohnungen, Erholung, Sportmöglichkeiten, Transportmittel, Logistik und so weiter. New York und London haben zwar ihr eigenes Gepräge, doch sind sie vom Lebensgefühl her vergleichbar. Zürich warb noch vor wenigen Jahren mit dem etwas naiven Slogan "little big City" inzwischen heisst es "wir leben Zürich". Wird es bald heissen "sie leben Zürich"? Zürich wird sich verändern. Das Gefälle zwischen ländlichen Gemeinden und der Stadt wird sich verstärken. Das Bedürfnis, Probleme grenzüberschreitend zu lösen, wird wachsen. Bereits heute ist der Übergang zwischen den Gemeinden rund um Zürich nurmehr schwer zu erkennen. In den Expansionsgebieten wie dem Glattal oder Affoltern wurden neue Siedlungen in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Diese Entwicklung betrifft die politische Struktur. Bei allem Verständnis für den Föderalismus müssen die Gemeindegrenzen verhandelbar werden, wenn die Entwicklung ganzer Siedlungsgebiete eingeschränkt wird. Am 1. Januar vor 75 Jahren gingen die damaligen Vororte Oerlikon, Seebach, Affoltern, Schwamendingen, Altstetten, Albisrieden, Höngg und Witikon in der Gemeinde Zürich auf. Das wäre vielleicht ein aktuelles Thema. Nur sind die Landgemeinden heute reicher als die Stadt. Die Stadt Zürich wächst trotzdem an Bedeutung – auch für die SVP?
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