Zwei neue SP Stadträte
Fast wäre neben der Bundesratsersatzwahl die Meldung über die Nomination der Stadtratskandidaten der SP untergegangen. Die SP ist nach wie vor mit Abstand die stärkste Partei in Zürich. Sie kann davon ausgehen, dass sie alle ihre Kandidaten in den Stadtrat hineinbringt. Es ist ebenfalls davon auszugehen, dass die Zusammenarbeit im linken Lager mehrheitlich funktionieren wird. Obschon die Grünen ebenfalls mit zwei Kandidaten antreten, werden sie kaum der SP einen Sitz streitig machen wollen, sondern werden ihren Angriff auf FDP, bzw. CVP ausrichten. Die SP, Grünen und Grünliberalen machen sich damit auf, 7 Sitze im neunköpfigen kleinen Rat der Stadt zu erringen. Nominiert hat die SP für die zurücktretenden Robert Neukomm und Esther Maurer Claudia Nielsen und André Odermatt. Besonders Claudia Nielsen ist eine pickelharte, fundamentalistische Linke. Sie war als Mitinitiantin der Volksinitiative "Hauptstrassen zum Leben" mitverantwortlich dafür, dass der Stadtrat die meisten Postulate dieser Initiative in seinen Verkehrsplan übernommen hat. Ihr letzter erwähnenswerter Vorstoss forderte Tempo 30 während der Nacht auf der Schimmel-, Seebahn- und Hohlstrasse. Sie will primär den Velo- und den öffentlichen Verkehr fördern. Besonders abgesehen hat sie es auf den privaten Land- und Immobilienbesitz. Sie will, dass die Stadt im grossen Stil Land aufkauft und genossenschaftlichen Wohnbau betreibt. Nachdem der Boden für die Stadt nicht plötzlich billiger sein kann als für Private, würde es darauf hinauslaufen, den Boden nach dem Kauf unter Verlust von Steuergeldern abzuschreiben, gleich wie die Neubauten. Nur so können günstigere Mieten resultieren als bei Privaten. Schon heute sind die Mieten in den städtischen Genossenschaften nur deshalb so billig, weil keine Vollkostenrechnungen gemacht und der Boden zu lächerlich tiefen Preisen eingesetzt wird. So ist Sozialismus! Das private Eigentum soll aus der Stadt möglichst vertrieben werden. André Odermatt vertritt etwa die gleichen Ideale, obschon er viel verträglicher auftritt. Was resultiert, wenn diese beiden in einen Stadtrat einsitzen, der noch mit zwei Vertretern aus der FDP oder je einem aus FDP/CVP glänzt, kann man sich zusammenreimen. Ich rate jedem, sich eine Stunde Zeit zu nehmen und die beiden Kandidaten Nielsen und Odermatt zu "googeln". Wer deren Vorstösse und Artikel liest, versteht, weshalb die Linken in der Schweiz als die linksten in Europa gelten. Ich weiss ja, dass es nichts nützt, erwähne aber trotzdem, dass eine Zusammenarbeit von CVP, FDP und SVP einen völlig anderen Stadtrat ergeben könnte. Nur ist weder der FDP noch der CVP noch zu helfen. Mauro Tuena und Karl Zweifel sind die einzigen Alternativen zu Links. Wir wissen es, wir wählen sie! Gleiches tut der Bürgerliche mit Vorstellungsvermögen.
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