Am 23.09.09 beschäftigte sich der Nationalrat mit dem Thema Frauenquote. Es ging um eine Parlamentarische Initiative der Genfer Nationalrätin Maria Roth-Bernasconi (SP). Sie forderte eine Quote von 30% Frauen in Verwaltungsräten. Laut der Zeitung 20minuten habe der Nationalrat das Ansinnen mit der Begründung abgelehnt, "dass eine Quote der Frauenförderung schaden könnte, da der Ruf ertönen könnte, weibliche Verwaltungsratsmitglieder seien nur zur Erfüllung der Quote gewählt worden." Im Jahr 2005 entschied das Bundesgericht gegen die Universität Freiburg, die bei der Besetzung einer Professur die Dossiers von Männern gar nicht erst geprüft hatte. Im entsprechenden Inserat wurde darauf hingewiesen, "dass für die Stelle wegen der im Programm zur Nachwuchsförderung an den Universitäten vorgesehenen Frauenquote von 40 Prozent nur weibliche Bewerberinnen in Frage kämen", schrieb die NZZ online in ihrer damaligen Berichterstattung. Quoten könnten also den Wettbewerb zuungunsten der Fähigsten verzerren. Trotzdem bleiben Quoten ein Thema. Die kantonalzürcherische Integrationsbeauftragte Julia Morais will gemäss der neu gestalteten NZZ vom 23.09.09 analysieren, weshalb in der Verwaltung nicht mehr Ausländer arbeiten, obschon die Zuwanderung derart zugenommen hat. Als besonderen Trumpf für die Beschäftigung möglichst vieler Ausländer streicht Frau Morais die Vielsprachigkeit heraus. Diese sei "etwa in den Gefängnissen von Vorteil" wird sie zitiert. Eine solche Äusserung stimmt natürlich nachdenklich, zumal die Ausländerzahl wenigstens in den Gefängnissen umgekehrt proportional ist zu deren Bevölkerungsanteil. Es ist anzunehmen, dass Frau Morais ihre Aussage wieder zurückziehen würde, wenn sie nicht schon gedruckt wäre. Denn eine solche könnte als ausländerdiskriminierend aufgefasst werden. Der Zyniker möchte sagen, dass die Quoten dort nicht nötig sind, wo die Bedingungen dem Leistungsprofil der Minderheit entsprechen. Die Realität könnte diese These sogar stützen. So auch unser Artikel. "In der Stadt Zürich beträgt der Ausländeranteil beim gesamten Personal 17,4%, in Winterthur 13%. In allen befragten Gemeinden ist der Ausländeranteil bei den Angestellten der Pflegeheime am höchsten, in der Stadt Zürich beträgt er dort 36,5%. Fast ebenso hoch ist er in der Dienstabteilung Immobilienbewirtschaftung, der die Reinigung der Amts- und Schulhäuser angegliedert ist (35,9%)." Trotzdem will man auch hier nichts wissen von Quoten, wie der Leiter der Stadtzürcher Integrationsförderung sagt: "Das ist für uns kein Thema – arbeiten doch bei uns, unabhängig vom Pass, gut qualifizierte Personen." Wie war das genau? Wer ist da wofür gut qualifiziert? Mainstreaming bleibt ein Thema. Die Folgen sind Realität. Experten äussern sich nur noch dann ehrlich, wenn sie es nicht merken.
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