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25.02.2010: Wahlfieber

Wir könnten uns damit zufrieden geben, dass die Resultate spätestens am Montag nach den Wahlen komplett vorliegen – wenn die Wahlbüros der Stadt diesmal einwandfrei funktionieren. Verlässliche Hochrechnungen und die Namen der neuen, alten Stadträte dürften schon im Laufe des Sonntags klar sein. Der doppelte Pukelsheim aber benötigt genaue Auszählung und Berechnung der verschiedenen Verteilungen. Sehr genau geben sich einmal mehr die Umfragen. Die Firma Isopublic hat im Auftrag des Tages-Anzeigers sowie von Radio und Tele Top eine repräsentative Umfrage gemacht und zwar im Zeitraum zwischen Ende Januar und Anfangs Februar. In der Zeit also, als noch nicht alles Werbematerial unter die Leute gestreut worden war und als sich noch längst nicht alle Bürgerinnen und Bürger mit dem Inhalt des grauen Couverts auseinandergesetzt hatten. Im Tages-Anzeiger kommen die auf ein halbes Prozent genauen Angaben zum Abschneiden der Kandidaten daher, als ob sich das Abwarten der Wahl gar nicht mehr lohnen würde. So sollen beispielsweise Urs Egger und Daniel Leupi mit 22,5 % vor André Odermatt mit 21 % gewählt sein, während unser Mauro Tuena mit 19,5 % aussen vor bleiben soll. Wie war das doch gleich bei der Minarett-Initiative? Der Augur Claude Longchamp von der SP, pardon, vom unabhängigen Meinungsforschungsinstitut Gfs prognostizierte einen engen Ausgang der Abstimmung zugunsten der ablehnenden Haltung. Heraus kam eine Kanterniederlage für die Initiativ-Gegner. Selbst bei guten Umfragen liegt die Unschärfe bei 3 %. In unserem Fall befinden sich alle drei genannten Kandidaten in diesem Bereich. Es dürfte also äusserst knapp werden. Doch aus den 1002 befragten repräsentativen Repräsentanten der circa 227'000 Stimmberechtigten unserer Stadt wird mehr herausgelesen. Die Reichen wählen entweder SP oder FDP. Aber beide diese Parteien sollen Anteile verlieren. Die Grünliberalen dürften es in den Gemeinderat schaffen. Die SVP soll zulegen. Bei der Minarett-Initiative zeigte es sich, dass entweder die falschen Leute gefragt werden oder aber die Befragten nicht sagen, was sie stimmen. Insbesondere genieren sie sich, die SVP zu rühmen. Nachdem die satten Bourgeois den Linken und Feinsinnigen zuneigen, möchte niemand als tumber Kretin gelten, der SVP wählt. Sei's drum, je knapper das Umfrageergebnis, desto mehr liegt im Schlussspurt drin! Es wäre doch gelacht, wenn wir diese Chance verpassten! Aber obacht. Offenbar unterliegen auch unsere Wähler dem Zwang, alle Linien auf dem Zettel zu füllen. Es geht hier nicht um eine Prüfung, in der man viele Antworten geben muss. Hier gibt's nur zwei Richtige: Mauro Tuena und Karl Zweifel auf eine repräsentative Zahl von Zetteln. Weniger ist mehr!

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