Standaktionen

Termine der Standaktionen in allen Zürcher Stadtkreisen

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Wahlanlass 5. Oktober Münsterhof

Themendebatte Altersstrategie

Aus dem Gemeinderat

Walter Anken, Gemeinderat SVP Zürich 6 Walter Anken, Gemeinderat SVP Zürich 6
Eine Vertreterin und ein Vertreter der FDP haben im letzten Jahr eine Motion 2018/15 eingereicht, die den Stadtrat aufforderte, eine neue Strategie für die Alters- und Pflegezentren unter Einbezug der Nachfrage nach alternativen Wohnformen zu erstellen und dem Gemeinderat vorzulegen. Es soll geprüft werden, ob einige der Alterszentren in gemeinnützigen Wohnraum überführt werden können. Weiter sollen die geplanten baulichen Massnahmen und Sanierungspläne auf die Markt-bedürfnisse hin überprüft werden. Hintergrund der Motion ist eine 2016 vom Kanton Zürich bei OBSAN in Auftrag gegebene Studie zur Entwicklung der Langzeitpflege in der Stadt Zürich.

Begründet wird die Motion, dass die Menschen immer älter werden und rüstig bleiben. Es stimmt und ist erfreulich, dass die Menschen immer älter werden und länger rüstig sind. Es ist aber falsch anzunehmen, dass die Menschen bis an ihr Lebensende rüstig bleiben, insofern handelt es sich hier nur um eine zeitliche Verschiebung bis eine mögliche Pflegebedürftigkeit eintritt.  Weiter wird erwähnt, dass die Digitalisierung und die Verbreitung von IoT (Internet of Things) und zusätzliche Services der Spitex es den Menschen ermöglichen wird, länger zu Hause zu wohnen. Es ist richtig, dass die Digitalisierung und dereinst auch IoT ältere Menschen in gewissen ganz spezifischen Bereichen zu Hause unterstützen wird. Soweit sind wir aber noch lange nicht. Die Vorstellung, dass Roboter und damit Maschinen alte Menschen zu Hause pflegen, ist aus meiner Sicht alles andere als erstrebenswert. Gerade ältere Menschen haben oft Mühe mit elektronischen Geräten. Persönlich vertraue ich da mehr den Zusatzservices der Spitex, die es aber noch zu entwickeln gilt. Weiter wird in der Begründung der Motion angefügt, dass alte Menschen heute in Alterswohnungen, betreutem Wohnen oder eigenen Wohnstrukturen bis zur allerletzten Lebensphase leben wollen und erst dann ev. gezwungenermassen in ein Pflegeheim eintreten.  Die weitaus meisten Menschen wünschen sich möglichst lange in der eigenen Wohnung zu bleiben, denn über 80 % lebt heute schon in den eigenen vier Wänden. Mit der letzten Lebensphase wird in der Motion suggeriert, dass der Aufenthalt im Pflegheim eh nur kurz sein werde und damit ein Abbau von Betten möglich wird. Die Länge der letzten Lebensphase ist aber sehr individuell und lässt sich nicht planen. Der Stadtrat sagt treffend, dass die Alterszentren eine Wohnform für betagte, hochaltrige Einwohnerinnen und Einwohner sind, die zwar wenig Pflege benötigen, ihnen dafür aber das Bedürfnis nach Sicherheit und Gemeinschaft geben, das im angestammten Umfeld nicht gewährleistet ist. Das betreute Wohnen, wie es die Motion auch vorschlägt, ist für viele alte Menschen aus finanziellen Gründen gar nicht möglich. Rolf Müller SVP wies treffend in seinem Votum darauf hin, dass im ganzen Prozess um die neue Altersstrategie auch die privaten Pflegezentren miteinbezogen werden müssen.

Die erste OBSAN Studie vom 2016 kam zum Schluss, dass rund 1700 Betten in der Langzeitpflege über die nächsten 15 Jahren in der Stadt Zürich abgebaut werden können.  Die zweite Studie von 2018 hat ihre Zahl schon massiv auf die Hälfte nach unten korrigiert. Stadtrat Hauri hat bereits im Oktober 2018 angekündigt, dass er bis Ende 2019 unter Berücksichtigung aller Beteiligten eine neue Altersstrategie ausarbeiten wird. Aufgrund der neuen Bedürfnisse von alten Menschen – eben z.B. alternative und flexiblere Wohn- und Betreuungsformen - macht es Sinn, diese Strategie periodisch zu überarbeiten und anzupassen, damit auf die realen Bedürfnisse der älteren Generation eingegangen werden kann. Susanne Brunner SVP vermisste in der ganzen Debatte das Wort Überkapazität und bat den Stadtrat dieses auch in den Mund zu nehmen, sollte seine eigene Untersuchungen die Zahlen der OBSAN Studien bestätigen. Aus Verantwortungsbewusstsein, Gründen der Transparenz und Planungssicherheit hat die SVP die Motion unterstützt. Überwiesen wurde sie als Postulat.