Gleichheit heisst nicht gleich machen

Volksabstimmung vom 14. Juni 2015 / "Wohnsiedlung Hornbach"

Roger Liebi, Präsident SVP der Stadt Zürich Roger Liebi, Präsident SVP der Stadt Zürich
"Liberté, Egalité, Fraternité" lautete der bis heute berühmte Leitspruch der französischen Revolution. Auf Deutsch: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Frankreich war bis ins späte 18. Jahrhundert von einer absolutistischen Herrschaft seiner Könige und den Pfründen seines Hofstaates geprägt. Da kamen die hohe Staatsverschuldung der Monarchie und die wirtschaftliche Depression gerade recht, um sich mit Vehemenz und auch sehr blutig gegen diese Staatsform aufzulehnen.

Keine Gleichmacherei
Ziel der Revolutionäre, die aus völlig verschiedenen Bildungs- und Sozialschichten stammten, war allerdings nicht Gleichmacherei, sondern vielmehr ein freies, von Einzelherrschern unabhängiges Leben führen zu können, nicht mehr mit Steuern und Pfründen die Verschwendungssucht der Könige mitfinanzieren zu müssen, und ein Bekenntnis zu einer gemeinsamen Nation zu geben, in welcher jedermann gleichermassen respektiert wird.
Daraus geht klar hervor, dass der Begriff Egalité eben nicht mit gleich machen übersetzt oder verwechselt werden darf. Gleichheit heisst gleich vor dem Gesetz, gleiche Chancen, gleiche Ausgangslage, etc.
Die deutschen Sozialdemokraten deuten den Begriff als "Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität". Das ist aus meiner Sicht sehr zeitgemäss übersetzt, wenn auch die Begründung für das Ersetzten von "Brüderlichkeit" durch "Solidarität“ einmal mehr sehr fragwürdig ist: man fand keine geeignete Form, um den männlich geprägten Begriff "Brüderlichkeit" zu verweiblichen und kam dann halt auf "Solidarität".

Versprechungen nach sozialistischem Muster
Was hingegen die Schweizer Linken in den letzten Jahren starteten, hat genau nichts mit Gerechtigkeit zu tun, denn so viel ein Zweiklassensystem ungerecht ist, ist auch Gleichmacherei ungerecht: Gleichmachen belohnt Leistung nicht oder sehr unterschiedlich, Gleichmachen führt zu nicht zu befriedigenden Anspruchshaltungen, Gleichmacherei unterdrückt den Einzelnen (das Individuum), Gleichmacherei führt zu Verboten, Einschränkungen und damit nicht zuletzt zu Unfreiheit. Musterbeispiel für versuchte Gleichmacherei sind die Wohnbau-Versprechungen und -Vorlagen der linken Parteien, eigentlich schon nach sozialistischem Muster.

Steuergelder für Wohnbauirrsinn
Man verspricht der gesamten Bevölkerung billigeren Wohnraum, im Wissen (ex Finanzvorstand Vollenwyder wurde dazu noch in seiner Amtszeit sehr deutlich), dass nur einige Ausgewählte davon profitieren können. Die Mittel zu diesem Wohnbauirrsinn – woher der Nachfrageüberhang kommt, wird natürlich immer weggelassen (Zuwanderung) – stammen natürlich aus Steuergeldern. Das führt zu der eigenartigen Situation, dass diejenigen Menschen, welche günstigere, vom Staat direkt oder indirekt (via zu tiefem Landwert, Baurechte, etc.) subventionierte Wohnungen wünschen, auch gleich selber dafür bezahlen müssen….! Und noch viel eklatanter, wenn nicht sogar seldwylamässig erscheint in diesem Zusammenhang die geplante Wohnsiedlung Hornbach. Um allen Menschen in der Stadt Zürich zu beweisen, wie sozial die Stadt und die Linken sind, wird eine Wohnüberbauung mit Luxuswohnungen für ein paar ausgesuchte Wenige gebaut. Oder anders gesagt: Von 400 000 Einwohnern können wohl nicht mal 150 dort wohnen. Sie dürfen allerdings für das Glück der Auserwählten munter mitzahlen.

Rot-grüne Bauernfängerei
Das hat nichts mehr mit Gerechtigkeit, nichts mehr mit Gleichheit, nichts mehr mit Solidarität zu tun, sondern mit rot-grüner Bauernfängerei. Vielmehr hätte man nämlich das Geld, das aus dem Verkauf des teuren Landes hätte erzielt werden können, in Projekte investiert, die unmittelbar Bedürftigen und älteren Menschen zu Gute kommen. Die SVP sagt deshalb Nein zur "Wohnsiedlung auf dem Areal Hornbach".