Dä Foifer und s‘Weggli

Fraktionserklärung

Martin Götzl, Fraktionschef, Gemeinderat SVP Zürich 11 Martin Götzl, Fraktionschef, Gemeinderat SVP Zürich 11
Sowohl der sportliche als auch der wirtschaftliche Erfolg der ZSC Lions ist eng mit dem lancierten Stadionprojekt verbunden. Die ZSC Lions zählen zu den grössten Eishockey-Organisationen Europas. Sie haben neben einer sehr erfolgreichen Profimannschaft auch zahlreiche Farm- und Juniorenteams, insgesamt 65 Mannschaften mit 1'250 Spieler/-innen. Aktuell sind die ZSC Lions einer von mehreren Mietern in der Hallenstadion AG. Häufig gab und gibt es Terminkollisionen mit anderen Events. So mussten die ZSC Lions beispielsweise ihren IIHF Champions League-Final 2009 oder auch ihren Cup-Final 2016 im Exil in der Ferne austragen. Auch für die Trainingseinheiten, die professionelle Führung und die Vermarktungsmöglichkeiten des Klubs gibt es wesentliche infrastrukturelle Defizite. So werden die Trainingseinheiten auf einer Eisfläche neben dem Hallenstadion ausgetragen. Mit dem geplanten Projekt in Altstetten soll die mittel- und langfristige Existenz des Klubs gesichert werden.

Mit einem Wegzug der ZSC Lions wird die Hallenstadion AG nicht geschwächt, sondern auf die Dauer hinaus gar für deren Events gestärkt. Die Hallenstadion AG wird ihre Events-Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Um weiterhin Top-Stars nach Zürich lotsen zu können, ist eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit Bedingung. Die Auslastung, die bereits heute an über 200 von 365 Tagen pro Jahr gewährt ist, kann mit Kongressen, Konzerten und andere Anlässen wie Art on Ice, CSIO Reitturniere und vielem mehr konsolidiert und ausgebaut werden. Dadurch wird der Kreis 11 mit deren Gewerbetreibenden mitprofitieren. Auch der Kreis 9 wird mit einer neuen Eishockeyarena gestärkt, denn es bringt dem dortigen Gewerbe neue Möglichkeiten für Angebote und Innovation.

Zudem wird den Jugendlichen eine sinngebende Freizeitbeschäftigung geboten. Die neue Arena erlaubt es, unzählige Fahrten für heutige Auswärts-Trainings zu vermeiden. Zurzeit werden die Junioren im ganzen Kanton zu ihren Trainingsflächen herumchauffiert, so zum Beispiel nach Bäretswil, Wetzikon, Dübendorf, Urdorf, Frauenfeld oder gar nach Romanshorn. Künftig könnten die Trainings in der Arena in Zürich durchgeführt werden.

Somit hat die Zürcher Stadtbevölkerung den «Foifer und s`Weggli». Zwei betroffene Kreise werden mit diesem Projekt zu Direktgewinnern und die Stadt profitiert mit. Die Bevölkerung wird die künftige ZSC Lions-Arena mannigfaltig mitnutzen können, da diese tageweise und kostenlos zugänglich sein wird.

Gibt es auch Entbehrungen, die für das geplante Stadion erbracht werden müssen? Als mögliche Verlierer sehen sich die meist langjährigen Pächter von den Schrebergärten in Zürich Altstetten. Ihnen werden im Dialog Ersatzflächen angeboten. Es gilt zu sagen, niemand wird seinen Schrebergarten infolge dieses Stadionprojekts verlieren. Die Stadt Zürich weist ein unnatürliches und massloses Wachstum aus. Die Zuwanderung soll der florierenden Stadt bis 2030 rund 495 000 Bewohner erbringen. Jeder Realist weiss, dass diese Bevölkerungsexplosion zusätzlichen Wohn-, Schul- und Arbeitsraum erfordert. Mittel- bis langfristig werden Schrebergärten in der Innenstadt im Zuge der von der SVP nicht erwünschten Verdichtung punktuell weichen müssen. Wer dies verschweigt, ist intransparent und von vorsätzlicher Unehrlichkeit geprägt.

Die Initianten des Stadionprojektes, die beträchtliches Privatvermögen in dieses Stadion investieren werden, erarbeiteten ein sehr ausgewogenes und vernunftvolles Projekt mit einer Zusicherung an die Hallenstadion AG, ihre Events in keiner Art und Weise zu konkurrieren. Die ZSC Lions-Arena wird ab dem ersten Betriebsjahr ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaften und auch im schlimmsten Fall werden die Verpflichtungen gegenüber der Stadt erfüllt sein. Die Stadt Zürich hat somit sehr wenig Risiko. Dem gegenübergesetzt ist, wie ausgeführt, ein sehr grosser Nutzen. Forderungen von einigen Parteien hat man sehr wohlwollend, konstruktiv und zielorientiert geprüft. Sofern für den wirtschaftlichen Erfolg nicht existenziell, hat man diese Forderungen in das Stadionprojekt implementiert.

Geschätzte Mitglieder des Stadtrates, geschätzte Gemeinderäte/innen, geschätztes Stimmbürger/-innen: Zürich, die selbsternannte Stadt mit internationalem Ruf und Ausstrahlung, hat es in den letzten Jahrzehnten trotz zahlreicher Versuche nicht geschafft, ein Stadionprojekt für Eishockey oder Fussball zu realisieren. Genf, Bern, Basel, St. Gallen, Aarau, Luzern oder Biel frohlocken unmissverständlich. Andere Städte sind uns um Längen mit realisierten und modernen Stadionprojekten voraus. Zudem sind diese meistens von Privaten finanziert und von der breiten Bevölkerung, ja gar von ganzen Regionen und Einzugsgebieten, mitgetragen und befürwortet.

Zeigen wir der Schweiz, dass wir dies auch können! Mit einem hervorragenden Projekt und einem Eishockey-Arena in Zürich Altstetten. Sollte dies nicht gelingen, sind weitere Stadionprojekte auf Jahre und Jahrzehnte hinaus unrealistisch. Auch noch so interessierte und potente Investoren werden sich hüten, in Zürich ein Stadionprojekt realisieren zu wollen. Die SVP unterstützt dieses ausgewogene Projekt und wird diesem geschlossen und überzeugt zustimmen. Wir wollen die begeisterten Zürcher/-innen voraussichtlich ab der Saison 2022/2023 trainieren, spielen und insbesondere begeistert jubeln sehen. In Zürich, mit Zürich und für Zürich!