Parolen

zur Volksabstimmung vom
17. November 2019

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Mahnmal des schlechten Gewissens im boomenden Stadtquartier

Aus dem Gemeinderat

Dr. Daniel Regli, Gemeinderat SVP Zürich 11 Dr. Daniel Regli, Gemeinderat SVP Zürich 11
In der letzten Ratssitzung vor den Sommerferien behandelte das Zürcher Stadtparlament die Zusatzkredite (GR Nr. 2016/153). Wie jedes Jahr präsentierte der Stadtrat eine lange Liste von zusätzlichen Ausgabenwünschen in Millionenhöhe. 16 der insgesamt 22 Ablehnungsanträge kamen von der SVP. Leider hatten die Anträge keine Chance gegen die ausgabenfreudige Ratsmehrheit.

Hochhaus mit Aussicht
Einer der Zusatzkredite betraf das «Bundesasylzentrum Zürich» (BAZZ). Statt der im letzten Dezember mit dem Budget 2016 beantragten 150‘000 Franken wollte der Stadtrat nun plötzlich 1,15 Mio. Franken, um die Planung des BAZZ voranzutreiben.
Aus Sicht der SVP ist das BAZZ ein städtebauliches und ein wirtschaftspolitisches Fiasko. Der Stadtrat selber hat den Bundesbehörden vorgeschlagen, im boomenden Stadtkreis 5 ein neues Asylzentrum zu bauen. Nur einige Schritte vom Primetower und vom Mobimo-Tower mit dem Erstklasshotel Renaissance entfernt. Gerade neben architektonischen Meisterleistungen, die das Image Zürichs als Wirtschaftsmetropole in die Welt tragen. Gerade dort will der Stadtrat eine unansehnliche, abweisende Betonkiste für 360 Asylsuchende errichten. Ein Mahnmal des schlechten Gewissens.
Benachbarte Mitarbeitende in teuren Büros sowie Bewohner von Eigentumswohnungen der obersten Preisklasse sollen jederzeit freie Sicht haben auf das Los der Migranten, die in Zürich gestrandet sind. Innovative und progressive Persönlichkeiten im nahen Technopark und der ZHdK gleich nebenan sollen täglich daran erinnert werden, dass Millionen Menschen auf der Flucht sind.

Hass auf die Kapitalisten
Was veranlasst den Stadtrat nur, einen solchen städtebaulichen Murks mit moralischem Beigeschmack in die Welt zu setzen? Vielleicht war es die Meldung, dass vor ein paar Jahren auf der obersten Etage des «Mobimo Tower» die grösste und teuerste Eigentumswohnung Zürichs zum Verkauf angeboten wurde. Das war für den alt Sozialvorsteher und jetzigen Präsidenten der Asylorganisation AOZ Martin Waser (SP) wohl zu viel. Die Linke gibt zwar gerne das Geld aus, das sie den Reichen durch Abgaben und Gebühren entzieht. Doch nach wie vor hassen die Nachfolger von Marx und Marcuse die «Kapitalisten». Wer sich teure Büro- und Wohnflächen leisten kann, ist in ihren Augen ein Plünderer des kollektiven Besitzes.
Das BAZZ erscheint somit als linkes Gutmenschen-Projekt des Stadtrats. Das BAZZ soll ein Stachel im Fleisch der Reichen und Erfolgreichen vor Ort sein. Ein steter Vorwurf. Eine lebendige Anklage der besitzenden Klasse.

Stimmvolk hat das letzte Wort
Zum Glück kann das Volk darüber abstimmen, ob es ein solches Zentrum an diesem Ort will. Die SVP wird alles daran setzen, das Stimmvolk für ein «NEIN zum BAZZ» zu gewinnen. Asylsuchende und  Wirtschaftsmigranten gehören nicht mitten in ein luxuriöses, boomendes Quartier! Es gibt an dezentralen Standorten Zürichs genügend Möglichkeiten, Asylsuchende unterzubringen.
Noch ein Wort zum Projekt, das der Öffentlichkeit im April 2016 vorgestellt wurde. So ganz überzeugt von seiner «guten Tat» scheint der Stadtrat dann doch nicht zu sein. «Wir wollen ein Zentrum mit Dorfcharakter» betonte der jetzige Sozialvorsteher Raphael Golta (SP). Wer den Betonklotz BAZZ anschaut, durchschaut Goltas Worte als Werbung. Da gibt’s überhaupt nichts Dörfliches. Das Gebäude ist so abgeschirmt, wie es nur geht. Es gewährt wenig Einblick und Ausblick. Offenbar sollen die Nachbarn dann doch nicht so genau sehen, was da läuft. Und den asylsuchenden Gebeutelten soll wohl der forcierte Anblick auf die umgebenden Luxusbauten erspart werden. Das könnte ja die kriminelle Energie anstacheln .. und das würde der Polizei wieder mehr zu tun geben .. und das würde die Akzeptanz der linken Stadträte in der Bevölkerung schwächen. Und das wollen sie eben auch nicht .. schliesslich wollen sie 2018 wieder gewählt werden.