Rot-Grün verhindert günstigen Wohnraum

Aus dem Gemeinderat

Christoph Marty, Gemeinderat SVP Zürich 10 Christoph Marty, Gemeinderat SVP Zürich 10
Mit einer Flut von Vorschriften verteuert die linke Ratsseite die geplanten Wohnungen beim Überlandpark. Die SVP setzte sich für günstige Wohnungen in Zürich Nord ein, was die Linken prompt sabotierten.

In der letzten Ratsdebatte dominierte ein Geschäft: Die vorgesehene Bebauung entlang des Überlandparks in Zürich Nord. Der Überlandpark soll eine Art Parklandschaft werden auf dem Dach des Verkehrsbauprojekts, welches vorsieht, die Autobahn zwischen dem Autobahnkreuz Aubrugg und dem Schöneichtunnel mit einem zweiröhrigen, richtungsgetrennten Tunnel einzuhausen. Dabei handelt es sich um einen Tagbautunnel, der nach seiner Fertigstellung sieben Meter ab Terrain aus dem Boden ragen, dreissig Meter breit und knapp einen Kilometer lang sein wird. Ein massiver Betonriegel also, welcher sehr dominant sein wird. Ein Grün- und Freiraum auf dem Dach des Baus, der für die Quartierbevölkerung über Rampen, Treppen und Lifte erschlossen wird, soll das Quartier wieder verbinden und als Erholungszone dienen (=Überlandpark). Für die Erstellung und vor allem für den erforderlichen Baustellenperimeter und die Installationsplätze müssen rund zwanzig Gebäude ganz oder teilweise abgebrochen werden.

Ideologie geht vor
Die SVP-Mitglieder der Spezialkommission Hochbaudepartement/Stadtentwicklung (SK HBD/SE) welcher der Schreibende angehört, sind der Auffassung, dass an dieser Stelle wieder preisgünstige Wohnungen erstellt werden sollen. Diese Ansicht teilt auch die grosse Ratsmehrheit von links bis rechts. Nur, wie das zustande kommen soll, darüber besteht keine Einigkeit. Während die rechte Ratsseite (natürlich ohne die Grün-„Liberalen“) weiss, dass günstige Wohnungen am besten realisiert werden können, wenn die Bauträger nicht durch einen unendlichen Vorschriftendschungel getrieben werden, sieht das die linke Ratseite, vor allem der Grüne und der Grün-„Liberale“ Teil davon, komplett anders. Mit einer schier unendlichen Auflagensammlung, beginnend mit der Vorgabe von einer Mindestanzahl an Grossbäumen unter Verhinderung von Monokulturen (kein Witz, das war einer Grünen Gemeinderätin sehr ernst damit) über Ökovorgaben, welche massiv über die Vorgaben des privaten Vereins "Minergie" hinausgehen bis zu Fassadenbegrünungen und sickerfähigen Belägen. Der Einwand im Votum des Verfassers, dass die sickerfähigen Beläge und die nicht versiegelten Flächen in einem Gebiet, dessen Böden nicht sickerfähig sind, absolut irrelevant sind, wurde abschlägig beschieden. Dieses und andere Details stehen symptomatisch für die ideologische Verblendung der Rotgrünen und ihrer, gemäss Eigendeklaration, nicht linken Verbündeten, den Grün-"Liberalen": Kollidiert die Ideologie mit der technischen Realität, so erweist sich die Linke als unfähig, über ihre Scheuklappen hinauszusehen und entscheidet sich für die Ideologie.
Und jetzt sollen die Wohnungen also günstig werden. Natürlich dämmerte es auch Rotgrün, dass das ein Widerspruch in sich sein muss und so wurde als "Lösung" versucht, den Bauherrschaften einen möglichst grossen Teil von subventionierten Wohnungen aufzuoktroyieren. Ein Versuch, der sich als untauglich erwiesen hat, da die verfassungsmässige Eigentumsgarantie auch in der Stadt Zürich gilt, wenn auch etwas eingeschränkt. Ein linker Gemeinderat liess verlauten, dass man sich damit für die SVP-Wähler einsetzte, da die SVP in Zürich-Nord besonders stark ist. Dem darf entgegnet werden, dass es den meisten von uns ein grosses Anliegen ist, für ihren Lebensunterhalt eigenständig aufzukommen und nicht ohne Not andern auf der Tasche zu liegen. Unter anderem darin unterscheidet sich der SVP-Wähler vom dem der Linken. Aber, ob links oder rechts: Viele Menschen können oder wollen nicht Unsummen für ihre Miete aufwenden und sollten das auch nicht tun müssen. Sie brauchen den „Nutzen“, der durch die Unmengen der Auflagen generiert werden soll und der für ihren  Alltag keinerlei Relevanz hat, nicht. Sie wollen einfache, zweckmässige Wohnungen zu günstigen Preisen, wie sie früher gebaut wurden und wie sie heute nicht mehr gebaut werden können, weil immer mehr Behörden sich für ihr „Wohl“ einzusetzen glauben. Ein Kollateralschaden der verwaltungsgläubigen rotgrünen Zentrumslast, an der Zürich seit über zwanzig Jahren zu tragen hat. Mit der jetzt vorliegenden Richtplangrundlage Überlandpark wurde ein weiterer Schritt in die falsche Richtung gemacht.