Grossprojekt des ewz in der Herdern für fast 100 Mio Franken

Aus dem Gemeinderat

Heinz Schatt, Gemeinderat SVP Zürich 12 Heinz Schatt, Gemeinderat SVP Zürich 12
An der Gemeinderatssitzung vom 31.8.2016 standen zwei ewz-Vorlagen zur Debatte. Zum einen der Projektierungskredit für das ewz-Areal in der Herdern und der Objektkredit für ein Energiecontracting für den Wärmeverbund Gattikon.

Mit den Stimmen von SVP, SP, FDP, Grüne, GLP und CVP wurde der Projektierungskredit für das ewz-Areal gutgeheissen. Stimmenthaltung übten die AL. Der Objektkredit für das Energiecontracting wurde mit den Stimmen von SP, FDP, GLP, CVP und AL aber gegen die Stimmen der SVP angenommen.

Das EWZ verfügt heute über zwei Hauptstandorte: Der ewz-Hauptsitz befindet sich an der Tramstrasse 35 in Zürich-Oerlikon. Daneben wird der Werkhof Herdern betrieben und es sind verschiedene Büroflächen zugemietet so im Haus Florahof Tramstrasse 10 in Oerlikon, an der Pfingstweidstrasse 101 im Migros-Haus und an der Gämsenstrasse 2. Zudem sind etwa 120 Mitarbeiter auf Netzstützpunkten und Unterwerken in Zürich und Mittelbünden stationiert. Das ewz plant nun seine Mitarbeiter auf zwei Hauptstützpunkten zu konzentrieren und die Fremdmieten gestaffelt aufzugeben. Der Werkhof Herdern soll zu diesem Zweck zum Hauptstandort für den grössten Geschäftsbereich Verteilnetze ausgebaut werden.

Zu dieser Lösung ist man gekommen, nachdem der Stadtrat bereits im Jahr 2008 einen Projektierungskredit von 1.7 Mio Franken bewilligte für die Ausarbeitung eines einzigen ewz-Sitzes in der Herdern. Es sollte ein Verwaltungs- und Betriebsgebäude für ca 1000 Mitarbeiter projektiert werden. Um soviel Arbeitsplätze zu schaffen, wäre ein Hochhaus unumgänglich gewesen. Die Machbarkeitsstudie ergab einen Finanzbedarf von 336 Mio Franken, was weit über den Möglichkeiten der Stadt und des ewz lag. Das Projekt wurde deshalb verworfen und dies führte zur jetzt vorliegenden zwei-Sitze-Planung.

Der Entscheid die ewz – Aktivitäten an zwei Standorten zusammenzufassen und damit Synergien zu nutzen ist sehr sinnvoll. Der Verzicht auf einen einzigen Standort in der Herdern unter Aufgabe des Standortes Oerlikon ist ebenfalls richtig. Fremdmieten werden in Zukunft vermieden werden können, was ebenfalls zu begrüssen ist.

Mit diesen Hauptlinien der Vorlage ist die SVP einverstanden und stimmte deshalb dem Projektierungskredit zu. Bedenken wurden angemeldet, da der Projektierungskredit von ca 10 Mio Franken immerhin eine Gesamtinvestition von fast 100 Mio Franken auslösen wird. Begründet wird die mögliche Investitionssumme durch die Differenz zwischen möglichen Einsparungen und den geschätzten Projektkosten gemäss einer Machbarkeitsstudie. Die Einsparungen und die Bewirtschaftungskosten werden über einen Zeitraum von 40 Jahren berechnet. Dabei werden die Bewirtschaftungs-Kosten bei einer Investition von fast 100 Mio tief gerechnet, nämlich nur 460'000 Franken pro Jahr, was ca 0.5% der Investitionssumme entspricht. Auf der anderen Seite werden Einsparungen hoch berechnet, man geht davon aus, dass 1.5% der Arbeitsplätze eingespart werden können was eine Einsparung von 90 Mio über 40 Jahre ergibt. Daneben wird auch noch eine Einsparung ausgewiesen von fast 43 Mio für Fremdvermietungen oder falls ewz doch auch personalmässig weiterwachsen würde für nicht notwendig werdende Fremdmieten.

Dem Departementsvorsteher Stadtrat Türler wurde aufgetragen, dass die Leitplanken für das Projekt durch eine saubere Analyse der Bedürfnisse des ewz neu justiert und festgelegt werden müssen. Das Risiko eines überrissenen Projektes auf Grund der summarischen Berechnungen muss vermieden werden. Der Fehler von 2008 soll nicht auf tieferem Niveau wiederholt werden. Für eine möglichst grosse Kostensicherheit soll auch die Vergabe an einen General- oder Totalunternehmer geprüft werden.

Der Objektkredit von insgesamt 12.6 Mio Franken wurde von der SVP abgelehnt, da die Energiedienstleistungen des ewz in nicht stadtzürcherischen Gebieten nur eine Aufblähung des Geschäftsfeldes und der Bilanz ergeben bei entsprechend vergrösserten Risiken. Die SVP lehnte deshalb konsequent alle Objektkredite, die in letzter Zeit den Gemeinderat passierten ab, zum Beispiel Energiedienstleistungen in Klosters und in Cham. Hingegen bei der Energiedienstleistung in Zürich beim Waidspital hat auch die SVP mitgemacht, was damit begründet wurde, dass dies im Geschäftsfeld des ewz liegt.