Konzeptlose Stadtentwicklung

Aus dem Gemeinderat

Derek Richter, Gemeinderat SVP Zürich 3 Derek Richter, Gemeinderat SVP Zürich 3
Zürich muss wachsen, koste es, was es wolle. So der Tenor anlässlich der 147. Sitzung des Stadtzürcher Gemeinderats, welcher sich einmal mehr dem Hochbau bzw. dem Höchstbau widmete. Dass die Schweiz die Zuwanderung momentan nicht mehr selbst bestimmt, zeigt sich an wenigen Orten so deutlich, wie in Zürich Affoltern. Tausende Menschen haben dort innert wenigen Jahren ihr neues zu Hause gefunden. Das dies der Grösse einer zusätzliche Stadt bedeutet, scheint den Stadtplanern wohl nicht bewusst zu sein. Offensichtlich ohne Konzept wurden Wohnblöcke erstellt, ohne Rücksicht auf Verluste und einem Minimum an Ästhetik. Quantität statt Qualität lautet die Devise. Eine Stadt benötigt Infrastruktur so zum Beispiel Schulen, Krankenhäuser, Post, Lebensmittelläden, Gewerbe und vieles mehr. Dies bedeute auch Verkehrswege, welche die nötigen Kapazitäten aufweisen um Personen und Waren von A nach B zu bringen. Dass dies enorme Kosten mit sich bringt, wird gerne ausgeklammert. Dass jedoch auch Zuzüger davon profitieren, welchen noch nie einen Rappen zum Gemeinwohl beigetragen haben, ist ein Faktum. Diese Infrastruktur kollabiert jedoch täglich und somit resultieren überfüllte Läden, Staus auf den Strassen, Verspätungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln und immense Kosten. Dass auch die Umwelt schlussendlich unter der immer stärker werdenden Belastung leidet, nimmt Links/Grün stillschweigend in Kauf. Mit einer verantwortungslosen, ja geradezu vorsätzlichen Verhinderungspolitik arbeiten die GenossInnen sogar am Rückbau intakter Infrastruktur, namentlich dem Strassenverkehr. Das Velo als Mass aller Dinge. Als wenn ein saisonales Binnentransportmittel dazu geeignet wäre, die Waren- und Personenlogistik einer ganzen Stadt zu bewältigen. Wer nun glaubt, dass nun die Misere ein Ende hat, irrt. Zürich soll wachsen um auf eine halbe Million Einwohner zu kommen. Mit Verdichtung, gemeinnützigem Wohnraum und der 2000 Watt Gesellschaft soll mit unter dieses Ziel erreicht werden. Dass nun der Stadtrat dem Gemeinderat eine weitere Fristerstreckung für die Tramlinie nach Affoltern beantragt, erscheint aufgrund der Komplexität nachvollziehbar. Auch dass die Mühlen des Kantons langsam mahlen. Christoph Marty wies auf dieses Tatsache hin, aber der Gemeinderat sprach sich gegen die Stimme der SVP gegen eine erneute Fristerstreckung aus.

Apropos Mühle. Wer hätte Freude, wenn ihm sein Nachbar einen 120 Meter hohen Klotz in die Sonne stellen würde? Jedenfalls sicher nicht die Bewohner des Quartiers Wipkingen, welche ihre Ablehnung an der Urne gegen alle anderen Kreise kund taten. Nun wurde ein erfolg- und hilfloser Versuch von Seiten der Grün Liberalen gestartet, wenigstens die Oberfläche dieser Städtebaulichen Todsünde halbwegs erträglich zu gestalten. Thomas Schwendener rief in Erinnerung, dass es sich bei der Swissmill um eine private Eigentümerin handelt, welche aufgrund einer rechtsverbindlichen Baugenehmigung diesen grauen Kasten erstellen durfte. Bei einem Jass nachträglich die Regeln zu ändern, kommt auch nur der GLP in den Sinn und so mutet der Vorstoss, welche eine Verschönerung der Oberfläche fordert, als reine Symbolpolitik an oder will die GLP bereits jetzt den Wahlkampf eröffnen? Auch kann in diesem Zusammenhang die Nähe der Swissmill zur Coop Gruppe welche wiederum eine gewisse Nähe zur SP pflegt, betont werden. Dies macht auch durchaus Sinn; einem vernünftigen Menschen käme solch eine Städtebauliche Verirrung erst gar nicht in den Sinn. Einmal mehr jedoch zeigt sich hier, wie dem Souverän Sand in die Augen gestreut wurde und er mit überschwänglichen Versprechungen in die Irre geleitet wurde. Die vergangenen Badetage haben es eindrücklich bewiesen; das Besucher Interesse in der Badi unterer Letten ist markant zurück gegangen. Gerade am Feierabend ist das Bedürfnis nach Erholung in der Badi gross, wer möchte schon im Schatten dieses grauen Giganten liegen? Der Schattenwurf des Pleitegeiers ist bereits gross genug.