Fesseln der Tagesschule

Aus dem Gemeinderat

Walter Anken, Gemeinderat SVP Zürich 7+8 Walter Anken, Gemeinderat SVP Zürich 7+8
Meine beiden Gemeinderatskollegen Daniel Regli SVP und Martin Götzl SVP haben am 8. Februar 2017 das Postulat GR Nr. 2017/28 eingereicht. Die Ziele des Postulates sind, dass alle Eltern und Erziehungsberechtigte, deren Kinder öffentliche Schulen in Zürich besuchen, möglichst schnell und umfassend über den Präsidentinnen- und Präsidenten-Konferenz (PK) gefällten Entscheid, dass künftig eine generelle Abmeldemöglichkeit für den gebundenen Mittagstisch an Züricher Tagesschulen besteht, informiert werden. Die Eltern, deren Kinder Tagesschulen der Pilotphase I - III besuchen, sollen sofort informiert werden und alle anderen bis Ende 2017. Weiter wird der Stadtrat aufgefordert dem Gemeinderat einen Bericht vorzulegen, der die strukturellen und finanziellen Folgen von möglichen Abmeldungen vom gebundenen Mittagstisch an Tagesschulen aufzeigt. Vom Stadtrat wird auch erwartet, dass er Lösungen für Kinder aufzeigt, die in der Pilotphase I aus ihren Schulen herausgerissen und in andere verschoben wurden, weil deren Eltern nicht bereit waren, ihre Kinder für den gebundenen Mittagstisch anzumelden, damit sie wieder in ihre ursprüngliche Schule zurückdürfen.

Die SVP Fraktion wollte schon mit ihren Postulat 2015/310 genau diese Härtefälle verhindern, weil sie schon damals gesehen hat, was für ein Druck hier auf "renitente" Eltern ausgeübt wurde. Diese Strafaktion mit der Trennung von Schülern, die am Mittagstisch der Familie weiterhin festhalten wollen, ist mehr als ärgerlich und hat zu unnötigen Härtefällen geführt, indem durch Sturheit Kinder auseinandergerissen und Beziehungen beendet wurden. Es sollte heute doch wohl jeder Schule bekannt sein, dass das Kindeswohl oberstes Gebot sein muss. Es wird doch wohl möglich sein, eine Tagesschule zu betreiben, wo ein Teil der Kinder am gebundenen Mittagstisch teilnimmt und andere eben nach Hause gehen, um bei ihren Eltern das Mittagessen einnehmen?

Leider sind auch Eltern von Kindern, die in Schulhäuser der Pilotphase II und III gehen von linken ideologischem Druck betroffen, indem ihnen verbal geraten wird, sich nicht von der gebundenen Tagesschule abzumelden. Eltern soll gesagt worden sein, dass sie doch aus dem Quartier wegziehen sollen, statt sich gegen die Tagesschule zu stellen. Ich finde es ungeheuerlich, dass die Befürworter von Tagesschulen es nötig haben, die Eltern verbal unter Druck zu setzen, nur damit sie ihre linke Vorstellung einer künftigen Tagesschule durchsetzen können. Diese Tatsache muss uns SVPler eine deutliche Warnung sein, so dass wir uns mit Vehemenz auch in Zukunft für die Freiwilligkeit zur Teilnahme an Tagesschulen einsetzen. Der Stadtrat hat selber schon 2014 in seiner Weisung "Pilotprojekt gebundene Tagesschule 2014 bis 2018" festgehalten hat, dass nach kantonalem Recht Eltern bzw. Kinder nicht gezwungen werden können, am "Pilotprojekt gebundene Tagesschule" teilzunehmen. Dies müsste doch auch bei linken Befürworter der Tagesschulen angekommen sein? Der Schreiber dieses Artikels bestreitet nicht, dass es Familienverhältnisse gibt, bei denen sich Eltern für die Tagesschule mit gebundenem Mittagstisch aus unterschiedlichen Gründen entscheiden können. Ebenso gibt es aber Eltern, denen sehr wohl bewusst ist, wie wichtig das gemeinsame Mittagessen mit ihren Kindern ist und das soll weiterhin ohne irgendwelche Nachteile möglich sein.

Wie immer hat Daniel Regli SVP im Gemeinderat das Postulat professionell vorgestellt. Er sei froh, dass der Stadtrat zurück gekrebst ist und es nun so sei, dass sich Kinder ohne Nachteile von der Tagesschule abmelden können. Völlig unglaubwürdig war der Ablehnungsantrag der SP. Sie versucht die eigentlichen Gründe des Postulates zu umgehen, indem sie vom Erfolg der Tagesschule spricht und wie schwierig es wäre so viele Eltern mit einem Brief über die Freiwilligkeit betr. Teilnahme an der Tagesschule zu informieren. Leider wurde das Postulat mit 90 Nein gegen 25 Ja Stimmen abgelehnt.