Staatsschule à la DDR

Fraktionserklärung

Martin Götzl, Fraktionschef, Gemeinderat SVP Zürich 11 Martin Götzl, Fraktionschef, Gemeinderat SVP Zürich 11
Mit einem «Buebetrickli» zur flächendeckenden und obligatorischen Tagesschule, ohne Wahlfreiheit der Kinder und Eltern. Willkommen in der Staatsschule à la DDR.

Die Phase 0: Im Soge des unnatürlichen Bevölkerungswachstums wird Schulhaus um Schulhaus um-/gebaut, dies gegen den Willen der SVP stets mit Tagesschulstrukturen und unzähligen Betreuungs- und Therapierungsräumlichkeiten.

Die Phase 1: Pilotprojekt mit sieben Schulhäusern mit Kosten die so budgetiert werden, dass eine Abstimmung umgangen werden kann. Während die positiven Rückmeldungen aus diesem Projekt gebetsmühlenartig propagiert werden, verschweigt man die Negativerscheinungen so gut es geht.

Die Phase 2: Erweiterung des Pilotprojektes. Für über 67 Mio. sFr. werden weitere 24 Volksschulen in die Tagesschule überführt.

Das Pilotprojekt von Phase 1 wird missbraucht, um den Bürger/-innen Sand in die Augen zu streuen! «Mehr Chancengleichheit», «bessere Leistung», «geförderte Integration» und «bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf». Mit diesen Kernargumenten wirbt der Stadtrat für sein Projekt «Tagesschulen 2025». Die ersten drei Argumente wurden aber mit der veröffentlichten und unabhängigen Studie des Schweizerischen Nationalfonds deutlich widerlegt. Nichtsdestotrotz tritt der Stadtrat und die Projektleitung gestern wiederum mit genau denselben leeren Versprechen vor die Medien.

Unbestritten ist, ein massvolles Bedürfnis von Familienmodellen, die Betreuungsstrukturen für Ihre Kinder benötigen. Diese lassen sich jedoch anders realisieren als mit der Tagesschule 2025. Genauso gilt es Familienmodelle zu anerkennen, die Ihre Kinder ausserhalb des heutigen Schulbetriebes selber betreuen möchten und werden. Sowohl am Familien-Mittagstisch, wie auch nach der Schule.

Die Tagesschule 2025 ist aber nicht wie vom Stadtrat vorgegaukelt freiwillig, sondern obligatorisch. Eltern die dies nicht nutzen möchten, werden zu Selbstzahlern einer Privatschule. Der finanzielle Aufwand des Schuldepartementes wird bis 2025 in die Höhe schnellen. Es kann von jährlich 300 Mio. sFr. Mehrausgaben gerechnet werden, deren realistische Refinanzierung bedeutet eine Erhöhung des heutigen Steuerfusses um mind. 10%. Für das Lehren und Lernen im Klassenzimmer wird immer weniger Geld vorhanden sein, dafür umso mehr für den aufgeblähten Betreuungsapparat.

Für die SVP gilt es konsequent, alle möglichen Auswirkungen der geplanten «Tagesschule 2025» aufzuzeigen. Sie wird dagegen ankämpfen. Denn von der Stadtregierung werden lediglich die positiven Auswirkungen genannt. Das «Pilotprojekt Tagesschule 2025» wird von der Stadtregierung verwendet, um mit "geschönten Zahlen" und hohlen Versprechen eine Volksabstimmung zu gewinnen.