Die Gewerbepolitik der SVP Stadt Zürich lehnt sich an jene der SVP Schweiz an. Sie konzentriert sich auf urbane Märkte in Zürich.
Das wissenschaftliche Fundament bildet die volkswirtschaftliche Wettbewerbstheorie.
Das juristische Fundament ist die Schweizer Verfassung. Die Verfassung garantiert Eigentum (Art. 26), Wirtschaftsfreiheit (Art. 27), Meinungs- und Informationsfreiheit (Art. 16) sowie Vertragsfreiheit und Handels- und Gewerbefreiheit. Zentral sind Eigentum und Freiheit.
Das ideologische Fundament der SVP-Gewerbepolitik ist das freiheitliche Gedankengut.
Marktform
Die Stadt Zürich ist ein offener Markt. Unternehmer und KMU sind ihr Fundament. Die Leistung der Kleinunternehmer wird geschätzt und respektiert.
Fokus der SVP sind die «K» im «KMU». Mikrofirmen und Kleinfirmen schaffen zusammen rund 80 Prozent der Arbeitsplätze, der Löhne und dem Beitrag an das Sozialprodukt. Kleinfirmen sind solche mit 1-10 Mitarbeitern, Mittlere sind jene darüber. Mikrofirmen sind solche mit 0-1 Angestellten.
Wichtigste Unternehmensformen sind Aktiengesellschaft, GmbH und Einzelfirma. Bedeutend sind auch die eigentümerfinanzierten Kleinfirmen und Familienunternehmen.
Kernaufgaben des Staates sind Rechtssicherheit, Eigentumsgarantie und rasche Verfahren.
Umsetzung: Forderungen der SVP
Der Kanon der Gewerbepolitik der SVP Stadt Zürich umfasst folgende Elemente:
Steuern, Gebühren, Abgaben
Die staatliche Gesamtbelastung für KMU muss sinken
Bei der Nachfolgeregelung müssen steuerliche Nachteile beseitigt werden
Arbeiten muss sich lohnen: Wer mehr arbeitet, soll netto auch mehr verdienen
Keine neuen Arten von Abgaben
Keine Abgaben ohne direkte Substitution von Steuern
Umweltabgaben werden vollständig kompensiert und zielen auf Schadstoffreduktion (nicht auf stetige Einnahmen)
Jede Abgabenerhöhung und jede neue Abgabe muss vors Volk.
Formulare
Die Belastung mit Formulare und Vorschriften muss für KU und KMU sinken
Die Belastung muss für Kleinstbetriebe (1-3 Mitarbeiter) und Mikrobetriebe (0-1 Mitarbeiter) radikal sinken
Die SVP verlangt ein Formular-Moratorium: Für jedes neue Formular müssen zwei alte abgeschafft werden
Umfragen und statistische Erhebungen sind freiwillig.
Bewilligungen
Die SVP fordert generell einen «Pragmatismusartikel» bei Bewilligungsverfahren. Vorbild ist der neue Artikel 45a der Verordnung zum Mehrwertsteuergesetz. Pragmatismus geht vor Formalismus.
Kontrollen und Verfahren sind nur dort vollumfänglich anzuwenden, wo sich der Aufwand lohnt
Bei sich konkurrenzierenden Auflagen oder Vorschriften kommt immer diejenige zum Tragen, die für den Bürger vorteilhafter ist
Die zeitliche Dauer von Bewilligungsverfahren ist zu straffen
Baubewilligungen sind innert 3 Monaten zu erledigen
Einsprachen dürfen nicht zur Verhinderung missbraucht werden.
Verkehr
Die städtische Verkehrsplanung darf KMU und deren Kunden nicht benachteiligen
Mehr Parkplätze für KMU, ihre Kunden und Lieferanten
Keine Begrenzung der Parkplatzzahl bei Privatliegenschaften
Individualverkehr muss fliessen.
Schwarzarbeit
Schwarzarbeit wird bekämpft
Lohnnebenkosten müssen sinken: Die Kosten des Produktionsfaktors Arbeit müssen sinken im Verhältnis zum Produktionsfaktor Kapital
Ziel ist eine Erleichterung der legalen Arbeit.
Ausbildung
Das Prinzip der beruflichen Ausbildung ist die Lehre. Sie bleibt bei den Berufsverbänden und wird im «Meisterprinzip» (dual) geführt
Das gesellschaftliche Ansehen von Handwerk und gewerblichen Berufen gegenüber akademischen Berufen wird gestärkt
Die SVP empfiehlt die «Lehrlingsteilet» für Kleinfirmen weiter zu entwickeln
Lehrlingsausbildung ist primär Sache der Berufsverbände.
Staatliche Konkurrenz
Keine staatliche Konkurrenzierung des Gewerbes durch Sozialmassnahmen
Der Staat übernimmt nur Tätigkeiten, die nicht von Privaten erledigt werden können
Anstatt staatliche Teillohn-Stellen Ergänzungsleistungen in der Differenz zwischen Produktivität und Mindestlohn
Neue Firmen werden vom Markt finanziert, nicht vom Staat.
Auftragsvergabe
Die heutigen Vergaberichtlinien bevorzugen tendenziell die Billigsten. Bei Auftragsvergabe sollen wahre Transportkosten, Qualität und Lehrlingsausbildung vermehrt berücksichtigen werden
Aus ökologischen Gründen sollen bei gleichwertigen Offerten lokale Firmen gewählt werden.
Raumplanung
Dem Bedürfnis des Gewerbe nach geeigneten Räumlichkeiten ist Rechnung zu tragen.
Gewerbe und Fachgeschäfte sollen nicht durch subventionierten Wohnungen verdrängt werden.
Innovationen
Die SVP Stadt Zürich empfiehlt folgende grundsätzliche Neuerungen:
Bei sich widersprechenden Auflagen und Vorschriften kommt stets diejenige zum Tragen, die für den Bürger am vorteilhaftesten ist.
Formular-Moratorium: Für jedes neue Formular müssen zwei alte abgeschafft werden
Die SVP fordert generell einen »Pragmatismusartikel» bei Bewilligungsverfahren.