Parolen

zur Volksabstimmung vom
29. November 2020

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Der historische Pfauen soll gerupft werden

Schauspielhaus Zürich

Stefan Urech, Gemeinderat SVP Zürich 4+5 Stefan Urech, Gemeinderat SVP Zürich 4+5
Mit Befremden nimmt die SVP zur Kenntnis, dass der Stadtrat die zahlreichen kritischen Stimmen aus dem Gemeinderat, dem Denkmalschutz und der Bevölkerung ignoriert. Er beharrt auf seinem ursprünglichen Plan, der die Zerstörung des Pfauensaals in Kauf nimmt.

Geschichtsträchtiger Ort von «Weltbedeutung»
Der 1926 erbaute Theatersaal im Schauspielhaus, einer der letzten historischen Theatersäle Zürichs, ist von kulturhistorischer Bedeutung. Die Bühne wurde von namhaften Autoren wie Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt bespielt und war Ort zahlreicher Uraufführungen von wichtigen Stücken. Als einziges freies Theater im deutschsprachigen Raum während der Zeit des Nationalsozialismus galt der Pfauensaal im Zweiten Weltkrieg als Stützpunkt des Widerstands und der Geistigen Landesverteidigung. In seiner geschichtsträchtigen Art erinnert er noch heute daran. Bereits 1977 stand ein Abriss der Pfauenbühne zur Debatte. Die SP bezeichnete die Bühne damals als «kultur- und politgeschichtliche Stätte von Weltbedeutung» und rief das Volk dazu auf, diese zu retten. Nun haben der SP-dominierte Stadtrat und die SP eine Kehrtwende vollzogen und wollen den historischen Saal opfern.

Das Guckkastentheater ist nach wie vor beliebt
Das klassische Guckkastentheater im Pfauen galt während Jahrzenten als Referenzpunkt in der Schweizer Theaterszene. Vor zwei Jahren liess sich Barbara Frey, die damalige Intendantin des Schauspielhauses, im Tagesanzeiger wie folgt zitieren: «Das gute alte Guckkastentheater wird immer noch geliebt». Inzwischen haben dort andere, die davon ausgehen, dass die heutigen Zuschauer im Theater vor allem eine technisch hochgerüstete, multimediale Show erwarten, das Zepter übernommen. Die alte Bühne dient ihnen als Erklärung für den Besucherschwund, eine Schuldzuweisung, die bezweifelt werden darf. Es hat in Zürich Platz für verschiedene, sich ergänzende Theater mit unterschiedlicher Infrastruktur und Ausrichtung. Die volle Palette der modernen Technologie steht z.B. im Schiffbau zur Verfügung.

Multimillionen-Pläne trotz Krise
Die finanzpolitische Verdüsterung durch die Corona-bedingte, sich anbahnende Wirtschaftskrise scheint im Kulturdepartement keine Bremswirkung zu erzeugen, denn der Stadtrat plant eine rund 115 Millionen teure «umfassende Erneuerung» des Innenraums. Es scheint wenig plausibel, dass eine «Sanierung mit kleinen Eingriffen» sechs Millionen teurer sein soll als die vorgesehene komplette Erneuerung. Diesen Behauptungen wird in der anstehenden Kommissionsarbeit auf den Grund gegangen werden.
Die SVP wird sich vehement für den integralen Erhalt des historischen Pfauensaals und der Pfauenbühne einsetzen. Selbstverständlich wird die Partei überall dort Hand bieten, wo dringend notwendige Sanierungen anstehen.