Christian Morgenstern ist 1914, im Geburtsjahr von Dada gestorben. Dada wurde in Zürich im Cabaret Voltaire begründet. Es war eine künstlerische Bewegung gegen den Krieg. Politische Emigranten wie Hugo Ball hatten in der neutralen Schweiz Asyl gefunden und suchten unter anderem nach Wegen, Worte neu zu erfinden, um sich gegen die Sprache abzugrenzen, die Argumente für den Krieg lieferte. Dada erlangte grosse Bedeutung und bleibt als Ausdruck einer kreativen Elite in Zürich einzigartig. Deshalb hat das Kunsthaus eine Dada Sammlung. Im Jahr 2003 kaufte die Swiss Life das Gebäude an der Spiegelgasse 1, das ehemalige Cabaret Voltaire. In einer Hauruck-Aktion Marke Ledergerber wurde aus dem Haus, das nichts mehr mit der Geburtsstätte von Dada gemein hatte, ein Dada Mausoleum. Die Stadt übernahm die Miete und die Entschädigung für den bereits geschlossenen Mietvertrag des Vormieters. Kostenpunkt: Jährlich 300'000.- Fr. An den Aufwand für den Umbau des Lokals von gut 1,1 Mio. Fr. leistete die Stadt weitere knapp 200'000 Fr., was bis 2007 den Einsatz von 1,7 Mio. Fr. Steuergeld ergibt. Der Betrieb wird von privaten Sponsoren und Stiftungen getragen. Er betrug 750'000.- Fr. jährlich. Gemäss Stadtrat betraten im Geschäftsjahr 2006-2007 ganze 17'415 Besucherinnen und Besucher den Taj Mahal des Dada. Die SVP bekämpfte damals den Kredit, unterlag aber dem Kulturestablishment. So weit könnte uns das inzwischen egal sein, denn der Mietvertrag läuft 2008 aus – halt, es ist ja 2008! Deshalb beginnt die Geschichte wieder von vorn. Das Dada Haus konnte uns – nebst den exorbitanten Besucherzahlen – mit genialen Aktionen davon überzeugen, dass es völlig überflüssig ist. Sie erinnern sich nicht? Doch, doch, sie schmissen Geld zum Fenster raus (sic!), verkauften T-Shirts der Roten Armee Fraktion womit sie sämtliche Spiesser in existenzielle Krisen warfen. Jedenfalls fühlte sich der Stadtrat bemüssigt, einzuschreiten, weil er die Rache der Banausen (=SVP) fürchtete. Der Trägerverein verfügte daraufhin: "Das Cabaret Voltaire als Gründungsort der Dada-Bewegung gehört zu den kulturgeschichtlichen Monumenten der Stadt Zürich. Dada ist eine Kunstrichtung, die – noch deutlicher als die moderne und avantgardistische Kunst insgesamt – bestehende Werte und Vorstellungen hinterfragt und sich dabei jeglicher Vereinnahmung für irgendwelche Zwecke mit Ironie, Humor und Satire widersetzt." Wenn das keine Realsatire ist…! Jedenfalls will der Stadtrat 350'000 Fr. jährlich für weitere drei Jahre. Die Sitzung im Gemeinderat fand diesen Mittwoch statt. Die FDP verliess der Mut, weshalb das Behördenreferendum mit der SVP nicht zustande kam. Es bleibt uns nur das Referendum. Sagen wir's mit Morgenstern: Kroklokwafzi? Semememi/Seiokrontro-prafriplo:/Quasti basti bo…/Lalu lalu lalu lalu la!
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