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01.05.2008: Die Fratze

 

"Eigentlich wollte ich in dieser Ko­lumne über die wahre Fratze der SVP schreiben, so wie sie sich mehr und mehr offenbart und leider nur allzu viele Parallelen hat mit den Vorgängen, die zu den schlimmsten Verbrechen des letzten Jahrhunderts geführt ha­ben!" Dieser ungeheuerliche Satz steht in der Tagblatt-Kolumne von Frau Stadträtin Esther Maurer (SP) vom 23.04.08. Was sagt diese Frau eigentlich? Wir brauchen nicht zu fragen, von welchen Verbrechen sie spricht, auch wenn sie es nicht explizit sagt. Es könnte ja auch etwas anderes sein, aber sie meint schon das NS-Regime, das neben der Vernichtung von Juden, Fahrenden und Regimegegnern auch noch den zweiten Weltkrieg zu verantworten hat. Insgesamt starben während des Krieges etwa 55 Millionen Menschen. Davon waren um 5.1 Millionen Opfer des Holocaust. Die SVP wird durch Frau Maurer als Ganzes gleichgestellt mit Leuten, die im industriellen Massstab Menschen mordeten. Frau Maurer – immerhin Historikerin – missbraucht 55 Millionen tote Menschen und insbesondere die 5.1 Millionen Ermordeten des Holocaust als Propagandamittel, um ihre politische Überzeugung zu befördern. Wie zynisch kann man eigentlich noch sein? Die Vorwürfe sind selbstverständlich unhaltbar, absurd, ungerecht und zutiefst beleidigend, aber das sollen sie vermutlich auch sein. Die Hoffnung der Beleidiger ist, dass am Ende doch etwas an der SVP und ihren Exponenten hängen bleibt. Man will uns in die braune Ecke stellen, will uns stigmatisieren. Man soll sich – auch wenn man gleicher Meinung ist wie die SVP – schämen, öffentlich dazu zu stehen. Es geht um die Verfemung der immerhin grössten Schweizer Partei. Die grösste Schweizer Partei bringt es allerdings nur auf etwa 30% Wähleranteil und der weitaus grösste Teil der Schweizer Bevölkerung nimmt an Wahlen und Abstimmungen gar nicht teil. Die SVP bekennt sich zu unserem Staat und zur direkten Demokratie. Sie steht für Pluralismus und Föderalismus. Das sind keine Voraussetzungen, die eine Diktatur befördern könnten. Aber, wie gesagt, es geht ja nicht um die Abbildung von Realität. Es geht um primitive Verunglimpfung des politischen Gegners auf einer Ebene, auf der er sich nicht wehren kann und unter Missbrauch von Toten, die sich dagegen ebenfalls nicht verwahren können. Dieser Missbrauch verstösst gegen jedes moralisch/ethische Prinzip und ist in meinen Augen unentschuldbar. Es wäre zu hoffen, dass diese Entgleisung jetzt bei allen Hütern des politischen Anstands Tadel hervorruft, doch wenn es gegen die SVP geht, schweigen die Sittenwächter. Frau Maurer führt übrigens unsere Polizei und sollte auch ethisch/moralisch hohe Anforderungen erfüllen. Das freundliche Pfadfinderinnen-Lächeln auf dem Farbphoto täuscht. Wer genau hinschaut, erkennt die wahre Fratze.

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