"Ras nöd wienen Hänker, meischtens bisch mit em Zug eh schnäller." Das sagt – nehmen wir mal an – die Dame vom Typ Lehrgotte mit tadelnd schiefem Mund. Wem sie es sagt? Nun, alljenen, die unseren Dialekt lesen können – und das dürften nicht mehr viele sein, wenn man davon ausgeht, dass unsere Schulen eine wachsende Anzahl funktionaler Analphabeten produzieren, die schon Mühe damit haben, das Anmeldeformular für den Schulfez auszufüllen. Aber halt, an uns Schweizer ist diese Aufforderung ohnehin nicht gerichtet. Sie geht an die gut 20% Ausländerinnen und Ausländer im Kanton Zürich. Die Raserunfälle sind tatsächlich ein Ärgernis und es kann ja nicht schaden, wenn die Hirnlosen lesen können, dass die Urbevölkerung unbeschadet am Strassenverkehr teilnehmen möchte. Darum ist man froh, festzustellen, dass die Plakataufschrift auch in "Ausländisch" übersetzt wird. Es werden die folgenden Flaggen neben den Texten abgebildet: Deutschland, Serbien, Italien, Türkei, Gross Britannien, Spanien, Schweden, Thailand, Srilanka, Saudi Arabien. Sie können sich sicher noch gut an diesen grauenhaften Raserunfall in Schönenwerd erinnern, bei dem eine junge Frau starb oder die Rennen, die in Dietikon und Schlieren jedes Wochenende auf der Badener- und Überlandstrasse abgehalten werden. Das waren alles Schweden. Ihre Unfälle sind dabei besonders schlimm, weil die Volvos aus Schwedenstahl jedes sonstige Mittelklassefahrzeug plattwalzen. Der junge Saudi Arabier, der mit seinen Kollegen zusammen Samstag für Samstag auf der Autobahnraststätte Würenlos mit dem getunten, gelb-metallic lackierten BMW seines Vaters die Reifen rauchen liess ist uns ebenfalls in lebhafter Erinnerung. Fragen sie einmal einen Verkehrspolizisten. Er wird ihnen bestätigen, dass die entfesselten Thailänder mit ihren Boliden ein echtes Sicherheitsproblem auf unseren Strassen darstellen. Da waren doch noch diese Chinesen, die auf der A13 mit ihren Ferraris, Jaguars, Aston Martins und ähnlichen Luxuskarrossen das Cannon-ball-race nachstellten. Die kamen aber an die Kasse! Wagen weg, irre Bussen und am Schluss noch die Garage abgebrannt. Da sah man, dass unser Staat schon Durchsetzungsvermögen hat, wenn es wirklich sein muss. Aber ausgerechnet Chinesisch fehlt auf dem Plakat. Aus der Wahlwerbung wissen wir, dass es enorm wichtig ist, das gewünschte Zielpublikum abzuholen, indem man es direkt anspricht. Das ist dem Kantonalen Beauftragten für Integrationsfragen – wie meistens – auch in diesem Fall hervorragend gelungen. Da liegt der Finger genau auf dem wunden Punkt; da wurden präzis diejenigen angesprochen, die es wirklich angeht. Zum Glück lesen alle Volksgruppen aus dem ehemaligen Jugoslawien gern Serbisch! Welch sinniger Einsatz unserer Steuergelder, danke für diese Aktion, Herr Regierungsrat Markus Notter!
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